Partizipationsmöglichkeiten, online wie offline,
schaffen und nutzen

Die linksjugend [’solid] Berlin setzt sich dafür ein, dass für alle Basisgruppen und alle Veranstaltungen Möglichkeiten der Online-Partizipation geschaffen werden. 
Konkret stellt die linksjugend [’solid] Berlin allen Basisgruppen und allen Veranstaltungen bei Bedarf zur Verfügung:
1. angemessene Konferenzsysteme bzw. finanzielle Mittel für die Beschaffung solcher
2. Unterstützung zur Nutzung solcher Konferenzsysteme

 

Zusatz zu 1: Die finanzielle Aufwendung eines angemessenen Konferenzsystems für bis zu 15 Personen beläuft sich in etwa auf 150€. Was „angemessen“ im konkreten Fall bedeutet, wird zwischen Bedarfsträgerin und LSPR abgestimmt.
Zusatz zu 2: Der Landesarbeitskreis IT erklärt sich mit diesem Antrag bereit, Anleitungen und persönliche Unterstützung für die Nutzung von Konferenzsystemen zu bieten.

Begründung

In der Corona-Krise lernen wir gerade alles, was es heißt, Aktivismus und Plena zu veranstalten, ohne sich vor Ort treffen zu können.
Die Solid Sessions, diese LVV und die Plena und Veranstaltungen diverser Basisgruppen haben gezeigt, dass auch online ein gewisses Maß unserer Arbeit geschehen kann.
Lockerungen der Isolation haben in der letzten Zeit dazu geführt, dass einige dieser Veranstaltungen auch wieder offline stattfinden konnten.
Gleichermaßen entstand aber auch die Erkenntnis, dass diese Lockerungen nicht auf alle Menschen zutreffen:
Menschen aus der sogenannten Risikogruppe können an den Treffen offline nicht teilnehmen.
Menschen mit einem anderen Risikoverständnis oder mit Personen aus der Risikogruppe im Umfeld wollen an den Treffen offline nicht teilnehmen.
Wir sollten bei Lockerungen der Isolation, bei einer hoffentlich baldigen Verbesserung der Pandemie, aber auch im Falle einer vollständigen Elimination von Corona die Möglichkeiten der Partizipation, die wir nun schmerzlich lernen mussten, nicht vergessen!

Es gibt vielfältige Gründe, an Plena oder Veranstaltungen offline nicht anwesend sein zu können:
– Unfälle wie bspw. ein Beinbruch
– fehlende Barrierefreiheit von Orten
– HomeOffice bis exakt zum Plenum und einen langen Anfahrtsweg
– Keine Energie für das Haus zu verlassen oder sich präsentabel zu machen
Wir versuchen alle, unsere Treffen so barrierearm wie möglich zu gestalten und allen Menschen einfachen Zutritt zu verschaffen, jedoch können wir a) nicht alle Barrieren selbst sehen und b) alle von uns haben Situationen, in denen sie gerne teilnehmen würden, aber einfach nicht vor Ort sein können.

Nutzung von freier und eigener IT im Landesverband

Die linksjugend [’solid] Berlin bekennt sich zur Nutzung von freien, im besten Fall von uns selbst betriebenen Diensten für unsere Arbeit, wo immer möglich. Aus dieser Bekennung folgen beispielsweise:

1. wir verzichten auf die Nutzung von Zoom oder anderen unsicheren, konzernbetriebenen Videochatplatformen, die nur Geld mit unseren Daten machen wollen, und nutzen freie Alternativen, zum Beispiel das freie, open-source BigBlueButton des
Bundesverbandes (meet.linksjugend-solid.de).

2. wir verzichten auf die Nutzung von konzernbetriebenen Datenspeicherplatformen („Clouds“) und nutzen, bzw. erstellen unsere eigenen Dienste dafür.

3. wir sehen die Problematik von Facebook und versuchen weniger über Whatsapp laufen zu lassen, mittels eigener Kommunikationsplatformen wie dem kommenden Solid.Chat des Bundesverbandes.

4. wir unterstützen Personen und Gruppierungen wie den LAK IT, die entsprechende Alternativen für uns anbieten, sowohl organisatorisch, als auch finanziell.

Begründung

Digitalisierung ist ein Wort, mit dem sich Die.Linke auf Regierungsebene viel beschäftigen muss.
Wir als Jugendverband nutzen schon lange das Internet und brauchen auch nicht zu diskutieren, ob wir Social Media benutzen wollen oder dass Anträge nur per Fax zulässig sind. Aber auch wir dürfen nicht vergessen, dass wir nicht nur den Status Quo verbessern, sondern diese Verbesserung auch vorleben wollen, um zu zeigen, dass es besser geht!
– Wir können die Verstrickungen des Kapitals in Medienkonzernen, Überwachungsindustrie und Konsumgesellschaft nicht kritisieren, ohne neben der Begründung unserer Kritik auch selbst unserer Kritik zu folgen!
– Wir kritisieren die Fleischindustrie und gehen vorwärts, indem wir nur veganes Essen auf Veranstaltungen anbieten.
– Wir kritisieren Faschismus und gehen vorwärts, indem wir aktiv antifaschistische Aktionen unternehmen.

– Wir kritisieren Sexismus und gehen vorwärts, indem wir sexistische Inhalte und Verhalten bei uns und anderen aktiv zu unterbinden versuchen.
– Wir kritisieren Überwachung, Tracking und die Kommerzialisierung des Internets, benutzen aber weiterhin Whatsapp, Facebook, Google und Zoom.
Klar kann man sich diesen Diensten nicht einfach entziehen, denn wir sind nunmal Teil dieser Gesellschaft, die so von diesen Firmen dominiert wird. Wir können jedoch in unserer Linksjugend zumindest eine Alternative vorleben, mit dessen
Erfahrungen und Ergebnissen wir die Gesellschaft zum Besseren beeinflussen können.