Keine Beteiligung an der Aufrüstung – Konsequenzen aus dem Bremer Senatsbeschluss ziehen!


Die Linksjugend Solid Berlin lehnt den Deployment Hub in Bremerhaven ab und
 kritisiert die linke Senatorin Kristina Vogt für die Zustimmung zum Deployment Hub
 und das gemeinsame Auftreten dazu mit Boris Pistorius. Kristina Vogt handelte
 entgegen eines Beschlusses vom Bremer Landesparteitag. „Das im Bund bereitgestellte
 Geld müsse statt für die »Aufrüstung eines Kriegskorridors« für den sozialen
 Fortschritt, die öffentliche Daseinsvorsorge sowie für den »Energy Port« (den Ausbau
 für Offshorewindenergie) in Bremerhaven genutzt werden. Die Parteispitze setzte den
 Antrag aber politisch nicht um. Im Gegenteil: Im September beschloss der Bremer Senat
 mit Zustimmung der beiden Linke-Senatorinnen – außer Vogt ist das
 Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard – offiziell den militärischen Ausbau von Hafen
 und Flughafen.“ (www.jungewelt.de/artikel/530720.militarisierung-am-hafen-pistorius-
 verteilt-die-milliarden.html) Der Deployment Hub ist ein Einsatzdrehkreuz. Dort
 sollen militärische Güter der NATO verladen werden. Dort wird die logistische
 Grundlage für die deutsche Unterstützung von imperialistischen Kriegen und den damit
 verbundenen Kriegsverbrechen gelegt. Damit wird Bremerhaven auch ein mögliches
 Angriffsziel anderer imperialistischer Staaten. Zeitgleich ist die Militarisierung
 eine der größten Verursacher für die Umweltzerstörtung. Sowohl die Nutzung als auch
 die Logistik von Waffen und Panzern verbrauchen unfassbare Mengen an klimaschädlichen
 Ausstößen. Dabei sorgen Krieg und Waffen nicht für Sicherheit und Frieden.
 Stattdessen werden damit die wirtschaftlichen Interessen der Reichen durchgeboxt, die
 auf Kriege angewiesen sind, um Einflusszonen und Absatzmärkte sowie geopolitische
 Macht auszuweiten. Für uns und alle Lohnabhängigen bedeutet das Sozial- und
 Demokratieabbau verbunden mit einer Verschlechterung von Bildung, Sozialem und
 Gesundheitsversorgung. 
 Die immer wieder auftretenden multiplen Krisen des Kapitalismus lassen sich damit
 nicht lösen. Die Ursachen für schlechte Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen, teure
 Lebenshaltungskosten und die Zerstörung der Umwelt lassen sich in der gegenwärtigen
 Wirtschaftsordnung nicht lösen. Nur eine Demokratisierung der Wirtschaft und
 Eigentumsverhältnisse kann die Krisen lösen. 
 
 Dass wichtige zivile Infrastruktur an militärische Aufrüstung gekoppelt ist, soll
 Kritik und Protest verunmöglichen und Kriegsgegner*innen in eine Zwickmühle bringen.
 Diese Erpressung, um militärische und wirtschaftliche Interessen durchzusetzen,
 lehnen wir ab. Die Linke muss darauf aufmerksam machen, dass das eine Lüge ist. Auf
 die versprochene zivile Unterstützung im Rahmen des Sondervermögens für die
 Aufrüstung wartet das Bundesland Bremen bis heute. Die Linke macht sich unglaubwürdig
 und lächerlich, wenn sie sich auf eine solche Vereinbarung einlassen und über den
 Tisch ziehen lassen. Geld, das in Aufrüstung fließt, fehlt im kapitalistischen System
 immer bei Bildung, Sozialem und Gesundheit und weiterer Infrastruktur. 
 
 Die Linksjugend Solid Berlin hat nach der Zustimmung zu den Aufrüstungsplänen der
 Bundesländer mit linker Regierungsverantwortung den Rücktritt der Senator*innen
 gefordert. Die Bundestagsfraktion hat damals richtigerweise und entsprechend dem
 Parteiprogramm die Pläne abgelehnt. 
 Getragen von der gesamten Delegation der Linksjugend Solid wurde ein Rücktrittsantrag
 auf dem folgenden Bundesparteitag der Linkem eingebracht. Ines Schwerdtner hielt eine
 Gegenrede, stimmte uns inhaltlich aber zu und versprach, dass ein solcher
 Beschlussbruch nicht mehr vorkommen würde und Mechanismen entwickelt werden, die ein
 solch parteischädigendes Verhalten verhindern. Nun konnte nicht mal ein
 Landesparteitagsbeschluss die Politik der eigenen Senatorin beeinflussen.
 Das bestätigt uns einmal mehr, dass linke und sozialistische Politik im Interesse der
 Menschen in einer Regierung nicht möglich ist.

Solidarität mit der Solid Clara


Uns erreicht die Information, dass während unserer Vollversammlung das Plenum der
 Solid Clara in Oranienburg angegriffen wurde. Neonazis haben die Geschäftsstelle
 gestürmt, und unsere Genoss_innen körperlich Angegriffen, auch mit Pfefferspray.
 Uns erfüllt dieser Feige Angriff gegen unsere Genoss_innen mit Wut. Wir verurteilen
 diese Gewalt, deren klarer Zweck ist, den antifaschistischen Kampf der Jugend
 einzuschüchtern.
 Wir lassen uns nicht einschüchtern, und stehen ungebrochen an der Seite unserer
 Genoss_innen im Hinterland. Um unsere Solidarität auf die Straße zu tragen, fordern
 wir den LSpR auf, umgehend zu einer Solidaritätsdemonstration zu mobilisieren.

Gegen die Hetze! Solidarität mit Neukölln! Palästinasolidarität ist kein Verbrechen!


Die Linksjugend [’solid] Berlin verurteilt die nach den Abgeordnetenhauswahlen
 losgetretene mediale Hetzkampagne gegen die Partei Die Linke Berlin, die insbesondere
 den Neuköllner Ortsverband, die [’solid] Neukölln sowie die palästinasolidarischen
 Teile der Partei trifft. Die [’solid] Berlin solidarisiert sich mit den Betroffenen
 dieser Hetzkampagne, an der auch die SPD und die Grünen beteiligt sind.
 
 Bei Markus Lanz wird das Konzert von Dahabflex während des Wahlkampfs der Linkspartei
 Neukölln als antisemitisch diffamiert; dem Neuköllner Bundestagsabgeordneten Ferat
 Koçak werden Verbindungen zur organisierten Kriminalität unterstellt, was mit dem
 rassistischen Narrativ der Clankriminalität untermauert wird; und jüngst wurde sogar
 versucht zu skandalisieren, dass Elif Eralp einmal Mitglied bei der Roten Hilfe war.
 Es ist offensichtlich, dass all diese Angriffe zum Ziel haben, diejenigen Kräfte in
 unserer Mutterpartei und dem Jugendverband zu disziplinieren, die sich nicht der
 deutschen Staatsraison und dem bürgerlichen Staat unterordnen.
 
 Als stärkste Kraft in Berlin sollte die Linkspartei das Selbstbewusstsein an den Tag
 legen, diese scheinheilige Verleumdungskampagne öffentlich zurückzuweisen.
 Stattdessen sehen wir, wie die Parteispitze sich mit den bürgerlichen Medien, SPD und
 Grünen in eine Front stellt, um die linken Teile ihrer Basis anzugreifen. Das zeigt
 beispielsweise das Ausschlussverfahren gegen unsere Genossin Hannah Bruns, Mitglied
 der LAG Palästinasolidarität. Auch ihr gilt unsere volle Solidarität.
 
 Um nicht bei Solidaritätserklärungen stehen zu bleiben, wird der
 Landessprecher:innenrat beauftragt, möglichst bald eine Veranstaltung mit offener
 Diskussion einzuberufen, um über die Verteidigung gegen diese Angriffe zu
 diskutieren.  Diese Versammlungen wollen wir nach Möglichkeit mit Basisstrukturen der
 Linkspartei zusammen organisieren, aber sie sollen auch allen Wähler:innen und
 Sympathisant:innen offen sein. Viele Menschen in dieser Stadt haben Die Linke gewählt
 als Stimme für die Enteignung großer Immobilienkonzerne und gegen die deutsche
 Komplizenschaft mit dem Genozid in Palästina. Das sind die Menschen, mit denen
 zusammen wir uns organisieren und konsequent bis zum Ende für diese Forderungen
 kämpfen müssen. Wir wollen die Versammlung nutzen um mit so vielen Menschen wie
 möglich innerhalb der Partei und ihrer Jugendstrukturen als auch außerhalb eine
 breitestmögliche Diskussion gegen die Repression zu ermöglichen.

Solidarität mit den Schüler*innenprotesten in Frankreich!


Seit letzter Woche finden an rund 600 Gymnasien in ganz Frankreich Demonstrationen
 und Blockaden statt. Die Schüler*innen protestieren gegen überfüllte Klassen, marode
 Schulen, fehlendes Lehrpersonal, sowie gegen das verhasste Hochschulzulassungssystem
 Paarcoursup, das dazu führt, dass Schüler*innen nicht frei entscheiden können, was
 und wo sie studieren.
 In vielen Orten haben sich Lehrer*innen und Eltern mit den Protestierenden
 solidarisiert und sich schützend vor die Schultore gestellt. Doch das hielt die
 französische Polizei nicht davon ab, der Bewegung mit brutalster Gewalt zu begegnen.
 Im ganzen Land wurden Schüler*innen geschlagen, mit Tränengas beschossen und
 festgenommen. In Saint-Ouen-l’Aumône wurde sogar ein 14-Jähriger von einem Polizisten
 mit einem Projektil aus einem Polizeigranatwerfer ins Gesicht geschossen und verlor
 mehrere Zähne. Das ist die Antwort der arroganten Macron-Regierung, die seit Jahren
 eine neoliberale Maßnahme nach der anderen auf undemokratische Weise durchdrückt!
 Seit Macron Präsident wurde, ist die Anzahl an Menschen, die unterhalb der
 Armutsgrenze leben, von 1,2 Millionen auf 9,8 Millionen gestiegen!
 
 Gleichzeitig fand am Dienstag ein Streik im öffentlichen Dienst statt. In zahlreichen
 Städten solidarisierten sich Schüler*innen, Studierende und Arbeiter*innen und
 demonstrierten gemeinsam. Über 30 Universitäten wurden blockiert. Auch Feuerwehrleute
 und Rentner*innen waren auf der Straße und schlossen sich den Protesten an. Das ist
 die richtige Antwort auf das Macron-Regime! Es zeigt aber auch: Von der Krise des
 Kapitalismus sind wir alle betroffen, egal ob Schüler*in, Student*in oder
 Arbeiter*innen! Macrons Haushalt 2027 sieht massive Kürzungen in allen Bereichen vor
 und macht einen gemeinsamen Widerstand nötig!
 
 Auch in Deutschland  gehen Schüler*innen seit Monaten immer wieder gegen die
 Wehrpflicht und Militarisierung auf die Straße, zuletzt am 25. September. Und auch
 hierzulande ist die Antwort der Herrschenden, die Schüler*innen mit Repressionen zu
 überziehen, um ihren Widerstand zu brechen.
 
 Wir lassen das nicht zu! Wir stehen solidarisch hinter den Protesten in Frankreich.
 
 Die linksjugend [‘solid] Berlin fordert:
 
 Solidarität mit den Schüler*innenprotesten in Frankreich! Nein zur Polizeigewalt
 und den Repressionen!
 Solidarität zwischen den Sozialprotesten und Schulstreiks in Deutschland – wie
 in Frankreich!
 Weg mit Parcoursup! Für ein vollausfinanziertes Bildungssystem und kostenlose
 Bildung für alle!
 Massive Investitionen in Bildung und Soziales, statt Milliarden für Aufrüstung
 und Krieg! Nein zu allen Sozialkürzungen und Angriffen auf unsere Rechte!
 Für eine sozialistische Zukunft, statt Krisenkapitalismus!
 
 Am 20. November rufen zahlreiche linke Jugendorganisationen zu einem internationalen
 Jugendstreik unter dem Motto “Fight for our future, not their wars!” (Kämpft für
 unsere Zukunft, statt deren Kriegen). Auch in Berlin werden wir Seite an Seite mit
 unseren Klassengeschwistern streiken und internationale Solidarität praktisch werden
 lassen!

Antifaschistische Strukturen im Osten stärken


Während die Linke in Berlin mit einem Ergebnis von 25,7 Prozent das beste Ergebnis
 einfährt, was sie jemals bei einer Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus erzielt hat,
 gewinnt die AfD die Bezirksverordnetenversammlungswahlen in Marzahn-Hellersdorf mit
 33,8 Prozent. Und nicht nur Marzahn-Hellersdorf wählt rechts, ein Blick auf die
 Wahlkarte verrät: auch in Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Pankow holt die AfD in
 den Außengebieten die meisten Zweitstimmen. Diese Wahlergebnisse sind nicht nur
 erschreckend, sie sind die logische Konsequenz aus jahrzehntelanger Gentrifizierung,
 die Menschen in infrastrukturarme Gebiete an den Oststadtrand drängt, wo sie von
 sozialer Teilhabe abgeschnitten und von einer Politik, die sich nicht für ihre
 Perspektiven interessiert, frustriert sind.  
 Und nicht nur die Wahlergebnisse der AfD sind Auswirkung dieser Ausgrenzung. Über die
 letzten Jahre haben sich verschiedenste faschistische Strukturen am östlichen Rand
 unserer Stadt etabliert. So hält der III. Weg Aufmärsche in Hellersdorf ab, die
 National Revolutionäre Jugend (NRJ) veranstaltet Kampfsporttrainings auf öffentlichen
 Plätzen in Pankow und in der Parteizentrale der Heimat in Köpenick finden regelmäßig
 Konzerte rechter Bands statt. Immer wieder kommt es auch zu Übergriffen auf queere,
 migrantische und linke Menschen und nachts allein nach Hause zu laufen, kann am
 Oststadtrand zur Gefahr werden.
 Wir als Linksjugend [’solid] Berlin müssen uns eingestehen: Auch wir haben in den
 letzten Jahren zu wenig für den Oststadtrand gekämpft. Wir sollten mit den Menschen
 kämpfen, die aufgrund der hohen Mieten und Lebenserhaltungskosten dorthin gedrängt
 werden, wo (soziale) Infrastruktur schlecht ausgebaut ist.
 Uns konsequent gegen die fortschreitende Faschisierung zu stellen, nicht nur in Mitte
 oder Friedrichshain-Kreuzberg, sondern auch dort, wo sie stattfindet, am östlichen
 Stadtrand, ist unsere Aufgabe. 
 Wir als Linksjugend [’solid] Berlin werden uns im nächsten Jahr stärker mit Berliner
 Antifa Strukturen, insbesondere in Ostberlin, vernetzen und sehen den Kampf gegen
 Faschismus als unsere Priorität. Bereits existierende faschistische Strukturen müssen
 wir bekämpfen.
 Darüber hinaus ist uns aber bewusst, dass Faschismus nicht in luftleerem Raum
 entsteht, sondern Resultat kapitalistischer Krisen ist. Daher ist der Kampf für die
 Überwindung des Kapitalismus und gegen seine Auswüchse, wie Gentrifizierung, Teil
 unserer antifaschistischen Strategie. Unsere Aufgabe als sozialistischer
 Jugendverband ist es weiterhin, junge Menschen in sozialistischer Theorie und Praxis
 zu bilden und auch die Zusammenhänge von Kapitalismus und Faschisierung aufzuzeigen.
 Außerdem werden wir unsere Mitglieder weiterhin durch Aktionstrainings in konkreter
 Aktionspraxis schulen.
 Der neu gewählte Landessprecher*innenrat wird beauftragt, Bildungsangebote zum Thema
 Antifaschismus zu koordinieren, den Aufbau der Basisgruppen Marzahn-Hellersdorf,
 Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Pankow, sowie die Ostvernetzung besonders zu
 unterstützen und darüber hinaus Kontakt zu antifaschistischen Gruppen in Ostberlin
 aufzubauen.

Programmatische Einheit


Der Landesverband Berlin reicht auf dem XIX. Bundeskongress folgenden Antrag ein:
 
 „Auf dem Bundeskongress in einem Jahr soll ein Programm für unseren Jugendverband
 beschlossen werden.
 Dieses Programm soll aus folgende Elemente enthalten:
 Allgemeine Analyse: Die gegenwärtige kapitalistische Ordnung, das politische
 System der Bundesrepublik, die Realität der Lohnabhängigenklasse und spezifisch
 der lohnabhängigen Jugend und Studierenden in Deutschland.
 Zielsetzung. Aus unserer Analyse muss folgen, warum nur der Kommunismus zur
 Beseitigung jeder Form von Unterdrückung und Ausbeutung führen kann. Das Ziel
 muss im Groben benannt werden: eine Gesellschaft, in der das Gemeinwesen
 demokratisch organisiert ist, sodass alle Menschen frei und gleich sind, in der
 das Privateigentum an Produktionsmitteln ersetzt wird das „System der
 Assoziation von freien und gleichen Produzenten“ (Marx).
 Subjekt. Unser Programm muss das politische Subjekt ansprechen, das zur
 historischen Umsetzung dieses Ziels berufen ist, weil seine Gesamtinteressen mit
 diesem Ziel verbunden sind: die gesamte globale Klasse der Lohnabhängigen, d.h.
 alle, die auf direkte oder indirekte Weise vom Lohnfonds abhängen (wozu auch das
 Arbeitslosengeld, die Rente, Sozialhilfe, das Kindergeld, Krankengeld usw.
 gehören). Unser Programm muss festlegen, dass unser Verband die Aufgabe
 priorisiert, einen bestimmten Teil dieses Subjekts für den Klassenkampf zu
 gewinnen: die lohnabhängige Jugend in Deutschland.
 Unser Programm muss die übergeordnete Strategie vorstellen, die wir befürworten,
 um dieses Ziel zu erreichen, und welche Rolle der sozialistischen Jugend in
 dieser Strategie zufällt. Das Programm soll aus der Festlegung des Subjekts
 schließen, dass (a) die Eroberung der politischen Macht durch die lohnabhängige
 Mehrheit notwendig ist, dass (b) zur Machtausübung durch die Mehrheit eine
 revolutionäre Umwälzung des Staates notwendig ist, um ein vollständig
 demokratisches Gemeinwesen zu errichten, und dass (c) die Lohnabhängigen sich
 durch den Aufbau unabhängiger Organisationen in ökonomischen und politischen
 Kämpfen, wozu der parlamentarische Kampf, die Verteidigung demokratischer
 Errungenschaften und der Kampf gegen alle Formen von Unterdrückung und
 Ausbeutung gehört, auf diese Machtausübung zuerst vorbereiten müssen.
 Das Programm soll konkrete Forderungen im Bereich der Jugend- und
 Hochschulpolitik festlegen, die wir an den Staat richten und für die der
 Jugendverband sich auch gegenüber der Partei Die Linke starkmachen soll. Diese
 Forderungen sollen zugleich die demokratische und sozialistische Jugend- und
 Bildungspolitik vorstellen, für die wir selbst eintreten.
 
 Auf dem XX. Bundeskongress soll das Programm beschlossen werden. Die Programmdebatte
 soll auf öffentlichen so wie verbandsöffentlichen Kanälen stattfinden. Die
 Basisgruppen und Landesverbände sind aufgerufen, innerhalb von sechs Monaten
 mindestens eine Programmdiskussion zu organisieren. Der Länderrat soll auf seiner
 nächsten Sitzung eine Programmkommission ins Leben rufen, die aus 20 Personen
 bestehen soll und für die sich alle Verbandsmitglieder bewerben dürfen. Diese
 Kommission soll auf der zweiten Sitzung des XIX. Bundeskongresses seinen ersten
 Entwurf, bzw. seine ersten Entwürfe vorstellen. Der Entwurf, bzw. die Entwürfe dürfen
 eine Länge von 5 Din-A4 Seiten (Textgröße 12) nicht überschreiten. Sollte es keine
 Einigung auf einen Entwurf geben, soll der Bundeskongress bestimmen, welcher Entwurf
 die Grundlage bilden soll für die Diskussion auf dem XX. Bundeskongress.
 Änderungsanträge an den bevorzugten Entwurf können dann für den XX. Bundeskongress
 eingereicht und dort abgestimmt werden. Das Programm ist angenommen, wenn eine
 einfache Mehrheit dafür stimmt.
 Die Anerkennung des Programms wird für die Mitglieder bindend. Hierzu soll ein
 Verweis auf das Programm in der Satzung aufgenommen werden.“
 
 Die Berliner Delegierten können über den Antrag verhandeln und Kompromisse schließen,
 wobei die demokratische Form des Programmprozesses priorisiert werden muss.

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Jetzt erst recht: Klassenkampf!Lehren aus den Landtagswahlen

Jetzt erst recht: Klassenkampf!Lehren aus den Landtagswahlen
 
 Die AfD ist in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stärkste Kraft geworden.
 Wirklich überraschen konnte das aber keinen, denn diese Entwicklung zeichnet sich
 schon lange ab. Die Parteien des Establishments erzielten denkbar schlechte
 Ergebnisse, einige mussten im Vorfeld um ihren Einzug in den Landtag bangen.
 Doch auch in Mecklenburg-Vorpommern und hier in Berlin erzielte die AfD hohe
 Prozente, auch unter Jugendlichen.
 
 Niemand mag die Merz-Regierung
 Diese Wahlergebnisse sind Ausdruck davon, dass ein bedeutender Teil der Bevölkerung
 der Merz-Klingbeil-Regierung angesichts ihres aktuellen Kurses des Sozialkahlschlags
 und den Angriffen auf Arbeiter*innenrechte “eins auswischen” wollten.
 Für viele scheint die Wahl der AfD ein Weg zu sein, um nach Jahrzehnten von
 Kürzungspolitik (und massiver Deindustrialisierung im Osten) ihren Wunsch
 auszudrücken, dass sich etwas Grundlegendes ändern soll.
 Uns ist völlig klar: Es wird keinerlei Veränderung zum Guten von der AfD umgesetzt
 werden. Denn sie, mit Ihrer Politik für Reiche und Kapitalist*innen, ist  alles
 andere als eine Partei, die im Sinne von Arbeiter*innen und Jugendlichen handelt.
 Nichtsdestotrotz ist der Anteil der Menschen, der die AfD aus Überzeugung wählen,
 weil sie sich einen autoritären Staat oder noch mehr rassistische Abschiebepolitik
 wünschen, gestiegen.
 Nicht zuletzt wird auch die Normalisierung der rassistischen AfD-Hetze durch
 Übernahme von Positionen durch die pro-kapitalistischen Parteien den Anteil an
 (vermeintlich) überzeugten AfD-Wähler*innen erhöht haben, da ihre Position dadurch
 nur bestärkt wurde. Umso heuchlerischer ist es von eben diesen Parteien, nun entsetzt
 über den Sieg der AfD zu sein.
 Trotzdem wäre es falsch, bei der Analyse der Wählerschaft, nicht vor allem die
 soziale Komponente zu betrachten. Und so ist es auch für Die Linke wichtig, die
 Illusion, die AfD würde auf Seite dieser Menschen stehen, zu brechen.
 
 Krise des Systems
 Der Wahlsieg der AfD ist nicht nur die Wahlniederlage der etablierten Parteien, sie
 ist vor allem auch ein Ausdruck der tiefen Krise des politischen Systems des
 Kapitalismus in der BRD: der parlamentarischen Demokratie. Diese entlarvt sich für
 viele mehr und mehr zu einer Scheindemokratie, in der man alle paar Jahre eine Stimme
 abgibt, dann aber Sozialkürzungen trotz großer Ablehnung durchgesetzt und
 Volksentscheide ignoriert werden.
 Wenn wir also erkennen, dass der Wahlsieg der AfD kein Ausrutscher ist, sondern Teil
 dieses Systems, dann dürfen wir nicht auf die Illusion eines AfD-Verbots als
 „einfache Lösung“ hereinfallen. Und uns auch nicht auf den Staat verlassen, der
 solche Repressionen dann auch gegen uns verwenden würde. Ein Verbot würde die AfD
 lediglich weiter festigen und ihr Narrativ von der Anti-Establishment-Partei stärken.
 Gleichzeitig würde es uns politisch an die Seite von CDU bis Grünen stellen, was uns
 von den Teilen der Arbeiter*innenklasse, die aktuell die AfD wählen, sich aber mit
 entsprechender Mühe von uns noch überzeugen ließen, wiederum isoliert.
 
 Um die Linke kämpfen!
 Dass die prokapitalistischen Parteien von CDU bis Grünen abgestraft werden, ist kein
 Wunder. Sie sind Teil des Establishments, von dem sich abgewandt wird. Nun müssen wir
 aber feststellen: Auch Die Linke erreichte in Sachsen-Anhalt lediglich 8,6 %.
 Für uns ist klar: Die Linke braucht einen Kurswechsel und muss endlich die
 Klassenfrage in den Vordergrund stellen. Sie muss zu einer Partei werden, die
 glaubhaft macht, dass sie eine wirkliche Alternative zu Sozialabbau und Aufrüstung
 ist und sich nicht auf die Zusammenarbeit mit pro-kapitalistischen Parteien einlassen
 wird. So stellen wir uns auch hier in Berlin gegen eine Beteiligung der Linken an
 einer Regierung zusammen mit SPD und Grünen.
 Die letzten Landtagswahlen zeigen, dass die AfD nicht verhindert wird, indem ein
 Wahlkampf unter dem Motto: “alle gegen die AfD” geführt wird.  Das verwischt die
 Grenzen zwischen uns und den sogenannten “demokratischen” Parteien und Die Linke kann
 dabei auf lange Sicht nur verlieren, da sie nicht mehr als die Partei auftritt, die
 sich für tatsächliche Veränderungen im Interesse der Arbeiter*innenklasse einsetzt.
 Deshalb muss Die Linke zu einer Partei werden, die nicht einfach sagt „Heimat ist für
 alle da“, sondern benennt, dass sie die Unterdrückten einzige Partei ist, die
 bedingungslos an der Seite der Lohnabhängigen, Jugend und aller weltweit steht.
 Die Linke muss zu einer Partei werden, die nie wieder den Status quo mitverwaltet
 sondern Arbeiter*innen und Jugendlichen einen Ort gibt, sich zu organisieren und
 gemeinsam für grundlegende Veränderung zu kämpfen. Sie sollte an vorderster Front
 stehen, wenn es darum geht, zusammen mit den Gewerkschaften den Kampf gegen den
 Sozialkahlschlag mit dem gegen die Militarisierung zu verbinden. Wenn solch ein
 breiter Widerstand gegen alle Verschlechterungen gelingt, wird auch die AfD sich vor
 vielen Arbeiter*innen demaskieren und zeigen, auf welcher Seite sie wirklich steht. 
 
 Unsere Rolle
 Selbstverständlich haben auch wir als größter sozialistischer Jugendverband in
 Deutschland eine besondere Rolle im Kampf gegen die AfD, die auch unter Jugendlichen
 erstarkt. Genau wie Die Linke dürfen auch wir der AfD nicht ihren Sozialpopulismus
 überlassen.
 Wir müssen kämpferisch sein: Mobilisierung und Organisierung von Jugendlichen gegen
 alle Angriffe der Bundesregierung gehören zu unseren zentralen Aufgaben. 
 Der Fakt, dass inzwischen große Teile der Arbeiter*innenklasse und Jugend die AfD
 wählen bedeutet jedoch auch, dass umso mehr gilt, dass wir diese Teile nicht
 erreichen werden durch eine reinmoralisch “gegen Rechts” argumentation. Vielmehr muss
 an den direkten Klasseninteressen angesetzt werden und aufgezeigt werden, warum die
 Linke und Linksjugend der beste Ort ist, um für Verbesserungen zu kämpfen.
 Wir werden uns in der Partei weiterhin für einen Kurswechsel der Linken und gegen
 eine Regierungsbeteiligung hier in Berlin stark machen.
 Der LSp*R und die AG Propaganda werden damit beauftragt, anhand dieser Linien bis zur
 nächsten LVV Material zu erstellen oder zu delegieren, welches darauf abzielt,
 Jugendliche von der AfD wegzuholen und bei uns zu organisieren. Dieses sollte auch
 erklären, dass Rassismus, Queerfeindlichkeit, Sexismus und andere Spaltungsformen den
 gemeinsamen Kampf schwächen, weswegen wir auch diese im Hier und Jetzt bekämpfen
 müssen. Doch auch, dass in einer sozialistischen Demokratie die Basis für eine
 tatsächliche Überwindung dieser Spaltung geschaffen wird.
 Es ist unser aller Aufgabe als Aktive in der linksjugend [‘solid] mit diesem Material
 nach außen, auch außerhalb der linken Szene, zu gehen, z.B. mit Infotischen vor
 Schulen, Berufsschulen oder an öffentliche Orten in unserem Kiez, um mit Jugendlichen
 aus allen Schichten ins Gespräch zu kommen. Dabei müssen wir unseren Verband als die
 Organisation anbieten, bei der man aktiv werden sollte, wenn man etwas an den
 verhassten herrschenden Verhältnissen ändern möchte.

Fahrplan LGS


In Erwägung, dass die Landesgeschäftsstelle bisher keine Erwähnung in unserer Satzung
 hatte, dass die Landesgeschäftsstelle durch die Partei finanziert wird, sodass wir
 keine direkten Gestaltungsmöglichkeiten bezüglich des Arbeitsvertrags haben, und dass
 Unklarheit bezüglich der Rechte der Landessprecher*innen gegenüber der
 Landesgeschäftsstelle besteht, beschließt die Landesvollversammlung:

 1. Der Landessprecher*innenrat soll dem geschäftsführenden Landesvorstand der Linken
 Berlin mitteilen, dass wir als Landesverband von nun an unsere bezahlte Stelle auf
 der Landesvollversammlung wählen wollen, dass die gewählte Person unser*e
 Geschäftsführer*in sein soll und dass ihre reguläre Amtszeit zwei Jahre betragen soll.

 2. Der Landessprecher*innenrat soll sich gegenüber dem Geschäftsführenden Landesvorstand der Partei die Linke darum kümmern, dass das jetzige Arbeitsverhältnis zum Zeitpunkt der nächsten regulären Landesvollversammlung im Frühjahr endet.

 3. Auf der nächsten regulären Landesvollversammlung im Frühjahr soll
 der*die Nachfolger*in für ein Jahr gewählt werden. Die Wahl soll auch dann stattfinden,wenn die Partei den Arbeitsvertrag noch nicht beendet hat. Der Landessprecher*innenrat wird beauftragt, hierzu einen Vorschlag zu erarbeiten und hierfür die Erfahrungen anderer Landesverbände
und Organisationen einzubeziehen. In Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen soll ein Konzept entwickelt werden, das Anreize schafft, damit fähige Genoss*innen sich bewerben. Dabei soll die berufliche Planbarkeit berücksichtigt werden. Das Ergebnis ist dem Verband bei der nächsten LVV mitzuteilen.

 4. Der Basisgruppenrat soll immer innerhalb kürzester Zeit über alle Gespräche mit
 der Partei zu diesem Thema informiert werden. Über mögliche Kompromissvorschläge, die
 die oben genannten Punkte nicht erfüllen, kann nur eine Landesvollversammlung
 entscheiden


»Was jetzt noch zu tun bleibt? Aufbauen. Aufbauen. Aufbauen.« – Alexandra Kollontai
 Die Weltlage
 
 Der Kapitalismus befindet sich weltweit in einer massiven Krise. Konflikte um
 Rohstoffe und Absatzmärkte nehmen zu, die Auswirkungen der Klimakrise verwüsten schon
 jetzt weite Teil der neokolonialen Welt und erreichen inzwischen auch den globalen
 Norden. Während die USA als stärkste imperialistische Macht sich im relativen
 Niedergang befindet, erstarkt China und gerät so zunehmend in Widerspruch mit den USA
 und der EU.
 
 Um ihren Niedergang zu verhindern und ihre Einflusssphären zu behalten, tritt der US-
 Imperialismus immer aggressiver auf. Das zeigt sich beispielsweise in der anhaltenden
 Blockade Kubas, der Entführung Maduros, dem Völkermord in Palästina oder dem Krieg
 gegen den Iran.
 
 Die EU und vor allem Deutschland, werden zunehmend im Konflikt zwischen China und den
 USA zerrieben. Während China lange Zeit als verlängerte Werkbank der Welt galt, haben
 sich die Abhängigkeitsverhältnisse nun umgekehrt, insbesondere die deutsche
 Autoindustrie verliert an Boden gegenüber der chinesischen Konkurrenz.
 
 
 Militarisierung und Aufrüstung in Deutschland
 
 Vor diesem Hintergrund findet die aktuelle Aufrüstungs- und Militarisierungskampage
 in Deutschland statt. Es geht darum, die Interessen des deutschen Kapitals weltweit
 zu verteidigen und zur Not militärisch durchzusetzen, in einer Zeit, in der der
 globale Konkurrenzkampf zwischen den Nationalstaaten zunimmt. Nach Innen wird die
 Aufrüstung als Notwendigkeit dargestellt, die sich aus der instabilen Weltlage
 ergibt. Teile der Arbeiter*innenklasse gehen dieser Erzählung auf den Leim. Doch es
 wird immer klarer, dass die Aufrüstung Hand in Hand geht mit Sozialkürzungen. Das
 verbunden mit weiteren Einsparungen, die zwangsläufig kommen werden, wenn die
 Kriegskredite zurückgezahlt werden müssen, werden Einfluss auf das Bewusstsein haben.
 Zum Teil ist dies schon zu beobachten.
 
 Obwohl es heißt, dass für Bildung, Gesundheit und Soziales kein Geld verfügbar sei,
 wird der innere Repressionsapparat immer weiter ausgebaut. Der neue Berliner Haushalt
 sieht für das Jahr 2027 vor, dass 2,14 Milliarden Euro auf die Landespolizei gehen,
 was einen Anstieg von 75,6% gegenüber 2010 darstellt. Ein immer größeres Personal
 wird mit immer gefährlicheren Technologien ausgestattet und erhält immer
 weitreichendere Kompetenzen.
 
 Ähnlich sieht es bei den Nachrichtendiensten aus. Die neue Reform des Geheimdienst-
 Gesetzes beinhaltet umfangreiche neue Befugnisse, wie zum Beispiel die Auslesung von
 verschlüsselten Chatnachrichten und Internetdaten, die Erlaubnis dazu heimlich
 Wohnungen zu betreten für „Nachrichtendienstliche Maßnahmen“ und die mögliche
 Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht.
 
 Am neuen Wehrdienst, sowie an der geplanten Wiedereinführung des Zivildienstes, wird
 das Zusammenspiel von Verelendung und Militarisierung besonders deutlich erkennbar.
 Während der Wehrdienst aktuell “freiwillig” bleibt (vor allem ärmere Jugendliche aus
 der Arbeiter*innenklasse werden mit materiellen Vorteilen gelockt), besteht
 offensichtlich ein Plan, in Zukunft wieder eine Wehrpflicht einzuführen. Über einen
 verpflichtenden Zivildienst könnten dagegen Teile der Bevölkerung innerhalb kürzester
 Zeit in prekäre Arbeitsverhältnisse gezwungen werden.
 
 In Übereinstimmung mit dem Programm unserer Mutterpartei fordern wir weiterhin die
 Auflösung der NATO, der Bundeswehr und der Geheimdienste. Auch die Polizei, die in
 unserer Stadt durch ihre Brutalität gegenüber Demonstrierenden globale Berühmtheit
 erlangt hat, gehört aus unserer Sicht abgeschafft. An die Stelle der alten
 Repressionsorgane und Berufsarmeen muss die demokratisch und kollektiv organisierte
 Selbstverteidigung durch die Bevölkerung treten, wie sie traditionell von der
 Arbeiter*innenbewegung gefordert wurde.
 
 So wie Deutschland in Europa eine Vorreiterrolle in der Waffenproduktion- und
 lieferung spielt, hat auch die Jugend in Deutschland eine zentrale avantgardistische
 Rolle im Kampf gegen die Regierung eingenommen. Die Schulstreiks gegen die
 Wehrpflicht haben bereits mehrmals über 50.000 Schüler:innen in den Streik und auf
 die Straße gebracht. In Frankreich, Italien und mehreren weiteren europäischen
 Ländern haben sich Schüler:innen mit diesen Schulstreiks solidarisiert und teilweise
 ihre Schulen besetzt oder protestiert. Am 20.11.2026 ist nun ein erster europaweiter
 Jugendstreik gegen Krieg und Militarisierung angesetzt, bei dem das Berliner
 Schulstreikkomitee bereits beschlossen hat, auch zum Streik aufzurufen.
 
 Noch haben die Schulstreiks einen eher routinistischen Charakter. Sie finden nur alle
 paar Monate statt und gehen über die Streikdemonstrationen kaum hinaus. Um die
 Militarisierung zerschlagen zu können, ist es aber bitter nötig, das zu ändern. Die
 Bewegung muss zu einem Dauerbrenner an jeder Schule werden, wo sich die Schüler:innen
 an den dortigen Komitees organisieren, Debatten über die Militarisierung an den
 Schulen zuspitzen und wöchentliche, tägliche Aktionen planen. Dabei müssen auch
 Lehrkräfte, Sozialarbeiter*innen und auch Putzkräfte eine wichtige Rolle spielen. In
 Minneapolis, bei den Streiks gegen ICE in den USA waren es die Lehrkräfte, die sich
 vor die Schultore gestellt haben, um Deportationen ihrer Schüler*innen zu verhindern.
 Um die Zerschlagung der Militarisierung durchzusetzen , spielt die Ausweitung des
 Streiks auf andere Bereiche eine große Rolle. Die Schulstreiks dürfen kein isoliertes
 Phänomen bleiben, welches von der Polizei immens reprimiert und am Ende versucht
 wird, zu zerschlagen. Jugend- und Arbeiter*innenbewegung Hand in Hand, die mit ihren
 Methoden kämpfen und sowohl Schulen bestreiken und besetzen als auch in so vielen
 Betrieben wie möglich die Arbeit niederlegen, um die Regierung, ihre Militarisierung
 und ihren Repressionsapparat zu bezwingen.
 
 Wir werden die Verankerung der Schulstreiks an den Schulen und die Ausweitung der
 Streiks, sowohl thematisch, als auch auf weitere Bereiche der Arbeiter*innenklasse in
 die Komitees tragen und dort wöchentlich bzw. kontinuierlich dafür zu kämpfen.
 Angriffe der Merz-Klingbeil Regierung
 
 Gleichzeitig wünscht sich das deutsche Kapital weitreichende Reformen, um ihre
 Profitbedingungen zu verbessern und so international konkurrenzfähig zu bleiben. Um
 die Profite zu steigern, werden Arbeitszeiten verlängert und die Lohnkosten gesenkt.
 
 Die Merz-Klingbeil Regierung kommt diesem Wunsch aktuell nach mit dem größten Angriff
 auf die Sozialleistungen seit der Agenda 2010. Das Renteneintrittsalter soll erhöht
 werden, Sozialleistungen eingespart, Befristungen und Arbeitszeiten verlängert. Der
 Mehrheit der herrschenden Klasse gehen diese Angriffe jedoch immer noch nicht weit
 genug. Es ist damit zu rechnen, dass es in den kommenden Monaten zu großen Angriffen
 kommen wird, auf die wir unsere Klasse vorbereiten müssen.
 
 Aktuell sind die Sozialproteste noch klein. Es besteht offensichtlich noch keine
 klare Vorstellung in der Breite der Bevölkerung darüber, wie dramatisch die Angriffe
 sind. Die Regierung tut ihr bestes, dies so zu belassen und versucht ihre Reformen zu
 verschleiern. Leider helfen ihr Teile der Gewerkschaftsführung dabei, die von
 “Kompromissen” reden, statt die Angriffe als solche zu benennen.
 
 All dies zeigt, dass eine starke sozialistische Perspektive deutschlandweit und
 international lange nicht mehr so dringend notwendig war wie jetzt. Der
 Mitgliederwachstum und der hohe Zuspruch zur Linken unter der Jugend zeigt, dass
 möglich ist in den nächsten Jahren den Jugendverband aufzubauen und gesellschaftlich
 relevante Kraft zu werden.
 
 Unsere Aufgabe als sozialistischer Jugendverband besteht darin, mit Flyern, Info-
 Posts, Protesten und Aktionen vor und in Schulen, Unis und Berufsschulen über die
 Angriffe aufzuklären, und gleichzeitig in unserer Partei, in den Gewerkschaften und
 Bewegungen für einen konsequenten Kampf gegen Aufrüstung und Sozialabbau einzutreten.
 Berlin
 
 Die Entwicklungen auf Bundesebene machen vor Berlin nicht halt:
 
 Kürzungen im Sozialen, der Bildung und in der Gesundheit werden immer weiter
 vorangetrieben und auf Bezirks- und Landesebene teilweise von der Linken mitgetragen.
 Der Volksentscheid DWE enteignen muss endlich umgesetzt werden und große
 Wohnungskonzerne müssen entschädigungslos enteignet werden, outgesourcte
 Tochterunternehmen egal ob bei Vivantes, der Charité oder an den Universitäten müssen
 sämtlich wieder eingegliedert werden. Unsere Kieze dienen der Regierung als
 Experimentierkasten für den Autoritäten Staatsumbau. Der Ausbau sogenannter
 »Waffenverbotszonen« und »kriminalitätsbelasteten Orten« und die Verschärfung von
 Überwachungsmaßnahmen wie KI-gestützter Kameraüberwachung an diesen Orten wird immer
 weiter ausgebaut. Die Repression der Palästinabewegung hat sich dabei als perfekter
 Testballon gezeigt, wie man mit Repressionen gegen kämpferische Bewegungen
 vorzugehen. Unter dem Deckmantel des Kampfes gegen Terrorismus konnte die Polizei
 hochfinanzeirt und mit mehr und mehr Befugnissen ausgestattet werden sowie in den
 Universitäten, Betrieben und Verwaltungsbehörden härtere Maßnahmen eingeführt werden,
 mit denen alle, die sich nicht der Staatsraison unterordnen, sanktioniert werden
 können. Wir stellen uns klar gegen diese Entwicklungen. Alle Anzeigen gegen die
 Palästinabewegung müssen fallen gelassen  werden, Das Berliner Hochschulgesetz, in
 dem Hörsaalbesetzungen mit Zwangsexmatrikulationen sanktioniert werden können, muss
 zurückgenommen werden. 
 
 Zudem werden in Berlin gleich an mehreren Standorten wie im Rheinmetall-Werk im
 Wedding, dem Israeli Aerospace Industries-Standort in Adlershof oder dem geplanten
 »Defence-Hub« in Tegel zum ersten Mal seit Ende des zweiten Weltkriegs Kriegswaffen
 hergestellt. Wir wollen den Abbruch aller Beziehungen mit Israel und die
 Verstaatlichung aller waffenproduzierenden Betriebe unter Arbeiter*innenkontrolle,
 damit diese auf zivile Produktion umgestellt werden können. Wir kämpfen zusammen mit
 dem SDS für verbindliche Zivilklauseln an den Berliner Hochschulen, die von Komitees
 aus Student:innen und Beschäftigten kontrolliert und durchgesetzt werden und für
 bundeswehrfreie Schulen.
 
 Wir möchten in Berlin Teil des Widerstands gegen die Entwicklungen hin zum
 autoritären Staatsumbau, der Militarisierung unserer Stadt und dem Sozialabbau sein.
 Strategische Klarheit
 
 Im nächsten Jahr wollen wir Strategiedebatten führen. Dabei gilt es,
 herauszuarbeiten, wer wir als Jugendverband sind, was unser Potenzial ist und wohin
 wir wollen.
 
 Im nächsten Jahr wollen wir unser Selbstverständnis erneuern und uns auf die
 Programmdebatte auf Bundesebene vorbereiten. Denn unsere vier Grundsätze
 „Sozialismus, Antifaschismus, Basisdemokratie und Feminismus“ sind zu offen
 formuliert, um als Grundlage für das Handeln des Landesverbandes und der Basisgruppen
 zu dienen. Der Prozess soll demokratisch stattfinden, damit sich jedes Mitglied
 einbringen kann.
 
 Unser gemeinsames Ziel ist es, den Sozialismus zu erkämpfen. Dafür muss die
 Arbeiter:innenklasse die politische Herrschaft übernehmen. Um das zu erreichen,
 müssen wir unsere Klasse organisieren und ihre Kampffähigkeit stärken. Als
 Jugendverband fällt uns eine besondere Aufgabe zu: die Organisierung und Bildung der
 Arbeiter:innenjugend im Sinne einer sozialistischen Perspektive, die Unterstützung
 ihrer besonderen Kämpfe und ihre Einbindung in die allgemeinen Kämpfe unserer Klasse
 und aller Unterdrückten. Dafür wollen wir wirksame Strukturen etablieren. Wir wollen
 unsere Mitglieder befähigen, langfristig und nachhaltig politisch zu arbeiten und uns
 nicht in einzelnen Projekten ausbrennen. Wir wollen für unsere revolutionär-
 marxistische Position sowohl in der Partei die Linke als auch in den sozialen Kämpfen
 streiten. Wir wollen eine politische Linke aufbauen, die eng mit Bewegungen vernetzt
 und in der Klasse verankert ist.
 
 Wir sollten uns darüber verständigen, mit welchen Mitteln wir auf unsere Ziele
 hinarbeiten und unsere Strukturen und Arbeitsweisen nach unseren anpassen. Nur
 zielgerichtet und überlegt können wir den Verband seinem Potenzial entsprechend
 aufbauen.
 Lage des Landesverbandes
 
 Im Allgemeinen ziehen wir eine positive Bilanz des vergangenen politischen Jahres und
 der Verbandsentwicklung, die währenddessen stattgefunden hat. Wir haben es geschafft,
 monatlich Solid Sessions stattfinden zu lassen, bei denen wir uns inhaltlich
 weiterbilden und Raum für Vernetzung schaffen konnten. Gemeinsam mit den monatlichen
 Bandito-Rosso-Abenden trugen sie zur Schaffung eines Verbandsgefühls bei.
 
 Darüber hinaus konnte sich der Landesverband Berlin auf Bundesebene im Vergleich zum
 Jahr davor deutlich etablieren und vernetzen.
 
 Des Weiteren ist zu beobachten, dass es einen wachsenden Anteil junger Genoss*innen
 gibt, die keine Neumitglieder, sondern fest an den Verband gebunden sind und
 wertvolle Arbeit machen, was sich unter anderem daran zeigt, dass wir in diesem Jahr
 zum ersten Mal seit Langem weit vor den Wahlen zum Landessprecher:innenrat (LSp*R)
 viele motivierte Genoss*innen haben, die sich vorstellen können, dieses Amt
 auszuüben.
 
 Im vergangen Jahr ist es uns nicht ausreichend gelungen, die Arbeit der einzelnen
 Basisgruppen und des LSp*Rs aufeinander abzustimmen. Uns hat eine gemeinsame
 Strategie gefehlt. Wir haben es insbesondere nicht geschafft, den im
 Bundestagswahlkampf gewonnen Mitgliederzuwachs dauerhaft zu halten und zu
 organisieren. Wir erkennen, dass dieser Umstand auch strukturelle Probleme hat und
 weder am fehlenden Willen des LSp*R noch an dem der Basisgruppen liegt. Im folgenden
 Jahr wollen wir darum bewusst an den Aufbau und die Festigung unserer
 Verbandstrukturen herangehen.
 Basisgruppenaufbau
 
 Im vergangenen Jahr haben sich viele neue Basisgruppen gegründet. Wir wollen die
 Aktivität, die Außenwirksamkeit und das Potential zur Einbindung und Förderung neuer
 Mitglieder in allen Basisgruppen stärken. Deshalb soll das Hauptaugenmerk des neu
 gewählten Landessprecher*innenrates auf der Betreuung und dem Aufbau der Basisgruppen
 liegen. Insbesondere die Basisgruppen am östlichen Stadtrand sollen besser an den
 Landesverband angebunden und intensiver gefördert werden. Dazu soll der neu gewählte
 Landessprecher*innenrat diese Basisgruppen bei der Gründung einer Ostvernetzung
 unterstützen. Um die östlichen Basisgruppen besser anzubinden, wollen wir
 ortsspezifische und bezirksübergreifende Strukturen aufbauen. Dazu können
 beispielsweise Delegierte aus den Basisgruppen die Plena anderer Bezirke besuchen, um
 Querschnittsthemen zu ermitteln und gemeinsame Aktionen zu planen.
 
 Auch darüber hinaus wollen wir die Vernetzung aller Basisgruppen untereinander und
 die gegenseitige Unterstützung fördern, unter anderem indem wir Vernetzungen auf
 Bezirksebene, wie die schon bestehende Vernetzung der Basisgruppen in Mitte,
 ausdrücklich unterstützen. Zwecks Anbindung und Einflussnahme in den Bezirksverbänden
 der Partei möchten wir diese Vernetzungen auch dazu nutzen, je eine Person aus dem
 Bezirk zu bestimmen, die die Position der jugendpolitischen Sprecher*in im jeweiligen
 Bezirksvorstand übernimmt.
 
 Zur Vernetzung der Basisgruppen und Entwicklung der gemeinsamen Kampagnenfähigkeit im
 Landesverband möchten wir den Basisgruppenrat im kommenden Jahr weiterhin aufbauen
 und weiterentwickeln.
 Politische Bildung
 
 Als sozialistischer Jugendverband haben wir die Aufgabe, junge Menschen in
 sozialistischer Theorie und Praxis zu bilden. Hierfür wollen wir im folgenden Jahr
 vielfältige Bildungsveranstaltungen organisieren, die unseren Mitgliedern eine
 materialistische Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse und Zusammenhänge
 vermittelt. Neben einführenden Grundlagenseminaren, wollen wir auch
 themenspezifischere Veranstaltungen, beispielsweise zu Antifaschismus, Feminismus
 oder Antimilitarismus organisieren, die unsere Mitglieder sprech- und analysefähig zu
 politisch relevanten Themen machen. Die allermeisten unserer neuen Mitglieder kommen
 nicht mit einer gefestigten Meinung und ausgefeilten politischen Analyse in den
 Verband. Unsere Aufgabe ist es, marxistische Grundlagen so zu vermitteln, dass
 Menschen daran Spaß haben und in Diskussionen inner- und außerhalb des Verbandes
 sprechfähig sind.
 
 Darüber hinaus wollen wir die Weitergabe vielfältiger Skills, sei es Rhetorik, Design
 oder Organizing fördern und dafür Veranstaltungen, inspiriert von der
 Skillshareacademy des Bundesverbandes, durchführen. Durch die Weitergabe von Skills
 stärken wir auch die Basisgruppen, wo diese angewandt werden und werden so berlinweit
 wirksamer.
 Stärkung der landesweiten Strukturen
 
 Um die politische Wirksamkeit und allgemeine Schlagkraft unseres Jugendverbands zu
 erhöhen, wollen wir Strukturen auf Landesebene, wie Landesarbeitskreise (LAKs), die
 inhaltlich zu spezifischen Themen arbeiten (z.B. LAK Antimilitarismus) und
 Arbeitsgruppen, die bestimmte Aufgabenbereiche übernehmen (z.B. AG Propaganda, AG
 Politische Bildung) weiter ausbauen, damit diese Arbeit nicht allein beim
 Landessprecher*innenrat liegt, dieser entlastet und die Arbeit auf mehr Schultern
 verteilt wird. Um konkrete Aufgaben zu verteilen, kann man aus Bildungs- und
 Skillshareveranstaltungen, sowie aus Solid Sessions gemeinsame Arbeitsgruppen
 entstehen lassen.
 Veranstaltungen und Projekte des Landesverbands
 
 Wie oben genannt, wollen wir vermeiden, im kommenden Jahr zu viele losgelöste
 Projekte umzusetzen. Alle Projekte, die wir im kommendem Jahr angehen, sollen dem
 Verbandsaufbau und der Stärkung unserer Strukturen dienen.
 
 Weiterführen wollen wir die seit Langem etablierten monatlichen Solid Sessions. Diese
 sollen sowohl als Ort für politische Bildung und inhaltliche Auseinandersetzung mit
 verschiedenen Themen, als auch der Vernetzung unter den Basisgruppen und Mitgliedern
 dienen. Aus der theorethischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Themen auf
 den Solid Sessions soll eine gemeinsame Praxis für den Landesverband entwickelt
 werden.
 
 Das Pfingstcamp ist ebenfalls eine Verbandstradition, die häufig Genoss:innen als
 Jahreshighlight in Erinnerung bleibt. Auch im kommenden Jahr wollen wir dieses
 gemeinsam mit den Landesverbänden Brandenburg und Sachsen-Anhalt veranstalten und
 begrüßen ausdrücklich die Eingliederung weiterer Landesverbände der Linksjugend
 [‘solid] ins Pfingstcamp-Bündnis. Neben der Möglichkeit des Austausches mit anderen
 Landesverbänden, bindet das Pfingstcamp häufig neue Genoss*innen an die [‘solid] und
 trägt so zur Verbandsentwicklung bei.
 
 Auch eine der Landesvollversammlungen im kommenden Jahr möchten wir als »LVV on fire«
 gemeinsam mit dem Landesverband Brandenburg veranstalten.
 
 Wie im vergangenen Jahr wollen wir an der traditionellen Luxemburg-Liebknecht-Lenin
 Demo teilnehmen und das Wochenende nutzen, um ein Rahmenprogramm zu gestalten, an dem
 auch für die Demo angereiste Genoss:innen aus dem Bundesverband teilnehmen können