Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit

Vorwort

Dass es ein Problem mit rechten und gewalttätigen Strukturen in der deutschen Polizei gibt, ist für viele Menschen (insbesondere denen die unter diesen Strukturen leiden müssen) seit langem klar. Doch im Zuge neuer Enthüllungen z.B. der NSU2.0 Reihe, der Aufdeckung rechter Netzwerke in Polizei Bundeswehr und Justiz, der Stammbaumrecherchen in Baden-Württemberg und der Beteiligung der Polizei im Neukölln-Komplex kommen diese Wahrheiten auch vermehrt im bürgerlichen Milieu an. Bisher galt die Polizei in der deutschen Politik bis in Teile der LINKEN hinein als unantastbar/unfehlbar. Fehler kamen nicht vor oder waren im höchsten Fall „bedauerliche Einzelfälle“, denn es konnte nicht sein, was nicht sein darf. Doch dieses Bild beginnt zu bröckeln.

Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, ernsthaft über eine Neustrukturierung der Polizei nachzudenken und Teile davon auch umzusetzen. Dies alles geschieht unter der Annahme, dass es möglich und sinnvoll ist, eine derartige Veränderung innerhalb des Kapitalismus durchzuführen. Der Punkt steht selbst auch zur Diskussion.

„Wenn dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, wirst du jedes Problem als Nagel betrachten“
-Mark Twain

Unabhängige Kontrolle und Verantwortlichkeit

Eins der größten Probleme mit der Polizei, wie sie momentan in Deutschland besteht, ist, dass selbst wenn einige besonders problematische Praktiken der Polizei illegal wären oder es teilweise schon sind, es keine unabhängige und zuverlässige Stelle gibt, um dieses Verhalten zu ermitteln, zu ahnden und es in Zukunft zu verhindern.
Polizist*innen wissen, dass auch ihr rechtswidriges Verhalten in der Regel keine Konsequenzen für sie haben wird. Dies ist eine Folge der Tatsache, dass die Polizei immer noch gegen sich selbst ermitteln soll, wenn es zu Fehlverhalten kommt.
Aus diesem Grund braucht es eine unabhängige Behörde, die das Verhalten der Polizei überprüft. Dabei ist es wichtig, dass diese Behörde nicht nur formal aus anderen Beamt*innen der Polizei oder ehemaligen Polizist*innen besteht. Es benötigt eine
Behörde, deren Mitglieder

– nie im Polizeidienst waren und ihre Karriere bis dahin komplett außerhalb der Polizei bestritten haben
– selber nicht zur Polizei wechseln dürfen
– der Polizei gegenüber Weisungsbefugt sind
– vollen Zugriff auf alle der Polizei zugänglichen und von ihr gesammelten Daten haben
– in der Lage sind, polizeiliche Maßnahmen zu beenden, nicht jedoch Maßnahmen gegen Bürger*innen anzuordnen
– jederzeit (insbesondere während Polizeieinsätzen) für Bürger*innen erreichbar sind

Darüber hinaus muss die Polizei und insbesondere die einzelnen Beamt*innen
– alle polizeilichen Maßnahmen klar dokumentieren
– Zeugnis auch über die Maßnahmen zugrunde liegenden Verdachtsmomente ablegen
– jederzeit aus allen Winkeln durch eine anonymisierte Dienstnummer identifizierbar sein

Darüber hinaus müssen rechtswidrige Einsätze auch für individuelle Polizist*innen Konsequenzen haben. Es kann nicht sein, dass z.B. eine für rechtswidrig erklärte Hausdurchsuchung keine rechtlichen Konsequenzen für die durchführenden Beamt*innen bzw. deren Befehlshaber*in hat.

Die Struktur

Wenn die Polizei zu einem Einsatz gerufen wird, übernimmt sie in der Regel die Kontrolle über die Situation, die vorgefunden wird. Dies ist, zumeist auch wenn andere Einsatzkräfte vor Ort sind, der Fall. Es existiert der Anspruch und die Erwartung der Polizei in jeder Situation befehlsgebend zu sein. Dies ist jedoch in vielen Situationen nicht nur nicht angebracht, sondern oftmals auch kontraproduktiv. So braucht es z.B. in einer Situation mit einem psychischen Zusammenbruch (sofern keine Menschenleben unmittelbar gefährdet sind) zuallererst einmal eine psychologisch ausgebildete Person und keine für Konfrontation und Machtausübung ausgebildete Polizei. Grade für Menschen in psychischen Krisensituationen ist das Vorgehen der Polizei hierbei oft lebensgefährlich, weil ein unnötiger Anspruch auf Machthoheit durchgesetzt wird. Auch in anderen Situationen wie z.B.  häuslicher Gewalt hilft der alleinige Einsatz der Polizei oft nicht weiter und kann, da er oft ohne den nötigen sozialpsychologischen Einsatzaspekt auskommen muss nur begrenzt helfen.

Für eine neue und bessere Polizei muss auch in Frage gestellt werden, warum geglaubt wird, dass Einheiten, die für körperliche Konflikte ausgebildet werden, diejenigen sind, die alleine für Sicherheit sorgen sollten und zu entscheiden in der Lage sein sollten, wie diese Sicherheit erreicht wird.
Das Ziel muss sein, dass die Bewertung und Auflösung von Gefahrensituationen und Notfällen nicht Uniformierten und auf körperliche Auseinandersetzungen ausgelegten Einheiten, für die Deeskalation immer nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt, obliegt, sondern Menschen, die eine für die friedliche Auflösung der entsprechenden Situation passende Ausbildung haben. Diesen Menschen sollte standartmäßig die Befehlsgewalt über Notfälle obliegen. Jedes Polizeiteam sollte aus Menschen mit einem sozialpsychologischen Hintergrund und einem in körperlichen Auseinandersetzungen ausgebildeten Menschen bestehen, wobei die Entscheidung zur Ausübung körperlichen Zwangs niemals bei den Ausführenden Personen liegen sollte.
Darüber hinaus sollte die Polizei auch in der höheren Verwaltung verstärkt aus Menschen mit einem Hintergrund aus der sozialen Arbeit bestehen. Es sollte außerdem neu überdacht werden in welchen Situationen es überhaupt Polizeikräfte braucht. So reicht es z.B. bei einem Verkehrsunfall zumeist einen Abschleppdienst und eine*n Sachbearbeiter*in zu schicken.
Dass es in Deutschland eine bessere soziale und medizinische Versorgung braucht um viele dieser Einsätze bereits im Vorfeld zu verhindern, ist bereits eine unserer Positionen und soll deshalb hier nicht weiter behandelt werden.

Rassismus

Das es Rassismus in der deutschen Polizei gibt ist für uns ein Fakt. Es gibt zu viele Berichte von POC, zu viele öffentliche Fälle von rassistischer Polizeigewalt und zu viele rechte und rassistische Umtriebe in der Polizei, um sie hier aufzuzählen, geschweige denn sie zu ignorieren, wie es momentan von den Regierungen der Länder und des Bundes versucht wird.
Um dagegen vorzugehen, ist es zuallererst einmal nötig, das Ausmaß des Rassismus in der deutschen Polizei zu erfassen. Dabei wäre die von Horst Seehofer verhinderte Studie zum sogenannten „racial Profiling“ ein guter erster Schritt, jedoch bei weitem
nicht ausreichend. Ein Aspekt, von dem sich dabei getrennt werden muss, ist Rassismus als individuelles Fehlverhalten zu sehen anstatt als Ausdruck eines gesamtgesellschaftlichen Machtverhältnisses.
Und die Polizei ist ein zentraler Bestandteil dieses Machtverhältnisses. Sie ist es, die zumeist die tatsächlichen Repressionen gegen POC durchsetzt. Sie ist es, die abschiebt, „racial Profiling“ anwendet und Razzien in migrantischen Betrieben
durchführt, statt Nazis zu verfolgen. Wir möchten eine Polizei, die einerseits durch ihre Zusammensetzung und anderseits
durch ihre Ausbildung ein besseres Verständnis von Rassismus entwickelt, und das nicht nur in Großstädten.

Es ist auch notwendig zu analysieren in welchem Verhältnis zum Bevölkerungsanteil POC und Menschen mit Migrationshintergrund von Repression betroffen sind und dafür zu sorgen, dass dieses Verhältnis nicht überproportional ist.
Leider muss dabei auch festgestellt werden, dass wir den Rassismus in der Polizei nicht völlig ausmerzen können solange er in der Bevölkerung noch so stark vertreten ist, wie es momentan der Fall ist. Aber wir können es versuchen.

Die Zuständigkeit

Polizist*innen werden in ihrer Ausbildung darauf vorbereitet Gesetze verschiedenster Art körperlich durchzusetzen, wozu es in der Praxis der Polizeiarbeit auch öfters kommt. Sie sind bewaffnet und ihre Arbeit beruht oftmals darauf, dass sie sich in einer Konfrontation physisch durchsetzen können. Entsprechend werden viele Einsätze von ihnen als potentielle körperliche Auseinandersetzungen bewertet, auch wenn das Gegenüber diese Situationen oftmals anders wahrnimmt. Es fehlt ihnen jedoch zumeist die Ausbildung, um Situationen anders wahrzunehmen oder alternative Lösungsstrategien anzuwenden oder zu entwickeln.

Deswegen ist es oftmals nicht besonders hilfreich oder mitunter konterproduktiv, Polizist*innen in bestimmte Situationen zu bringen, in denen ein*e Psycholog*in, Sozialarbeiter*in, Drogenberatung oder vielleicht auch einfach ein Pannendienst
besser geeignet wären.

Deshalb ist es wichtig, die Zuständigkeit der Polizei neu zu klären. Ein*e Jugendliche*r, der/die auf einer Party mit Drogen erwischt wurde, braucht keine Polizei sondern eine*n Sozialarbeiter*in; wenn ein*e Nachbar*in einen psychischen Zusammenbruch hat, braucht es keine Polizist*innen sondern eine*n Psycholog*in, und wenn es um einen Autounfall oder Ladendiebstahl geht, tut es zumeist auch das Ordnungsamt oder eine andere nicht gewaltfixierte Behörde.

Das Personal

Die fehlenden Ermittlungserfolge beim NSU2.0 und dem Neukölln-Komplex, die Verwicklungen von Polizist*innen in rechte Strukturen wie z.B. Nordkreuz bzw. Uniter und die hartnäckige Weigerung der Polizei und ihrer Gewerkschaften, sowie das gewählte Personal dieser Gewerkschaften lassen Schlechtes über die Personalstruktur der Polizei erahnen. Es ist davon auszugehen (Studien zu dem Thema werden massiv behindert bzw. komplett verhindert), dass es in der Polizei organisierte rechte Strukturen, und eine weitläufige Akzeptanz für rechte Einstellungen in der Polizei gibt.

Viele Menschen können einer solchen Polizei kein Vertrauen schenken. Wie sollen sie einer Behörde vertrauen, bei der sie sich nie sicher sein können, dass die*er Beamt*in sie fair behandeln wird. Wie sollen migrantische Jugendliche einer Polizei vertrauen, die potentiell offen rassistisch ist? Wie sollen antifaschistische Aktivist*innen einer Polizei trauen, die ihre Daten womöglich an Nazis weiterleitet? Neben den Reformen in der Struktur und Zusammensetzung der Polizei braucht es auch starke Veränderungen im Personal der Polizei.
Das Bedeutet:
– die Polizei muss demografisch der Bevölkerung angepasst werden. Es muss eine stärke Representation von nichtmännlichen und migrantischen Menschen in der Polizei geben
– das gesamte Personal der Polizei muss regelmäßig auf rechte Einstellungen hin überprüft werden. Diese Überprüfung muss anhand transparenter und szenekundiger Verfahren passieren und konkrete dienstrechtliche Konsequenzen haben. [und die
entsprechenden Beamt*innen entlassen werden(Stichwort: Entnazifizierung)]
– bei der Neueinstellung von Polizist*innen müssen diese von Anfang an auf rechte, sexistische, rassistische oder sonstwie diskriminierende Einstellungen hin überprüft werden.
– In der Polizeiausbildung für Feminismus, Antirassismus und soziale Probleme sensibilisieren und Kurse dazu anbieten
– Polizist*innen auf gewaltaffine Verhaltensmuster hin prüfen

Ziel dieser Maßnahmen ist darüber hinaus die Etablierung einer neuen Polizeikultur, die eine erneute Verstärkung solcher Tendenzen erschwert.

Die Befugnisse

Dass die Polizei befugt ist, in der Öffentlichkeit tödliche Waffen mit sich zu führen, ist ein Fakt, der kaum Gegenstand eines  kritischen öffentlichen Diskurses ist.

Auch, dass die Polizei Gewalt gegen Menschen anwenden darf, die Gesetze brechen, ist etwas was den meisten von uns „normal“ erscheint. Doch warum soll es normal sein gegen eine bis dahin nicht gewalttätige Person selbst gewalttätig zu werden? Ist es legitim einen flüchtigen Ladendieb mit Gewalt zu Boden zu bringen?
Klar ist, die deutsche Polizei hat ein Gewaltproblem. Zum Glück keins, das das Ausmaß von dem erreicht was wir in Ländern wie den USA oder China sehen, aber trotzdem ein Problem. Regelmäßig kommt es zu brutaler Gewalt bei Festnahmen von bis dahin friedlichen Menschen, von Gewaltexzessen wie bei G20 ganz zu schweigen.

Doch auch in anderen Bereichen unserer Leben sollen wir übergriffiges Verhalten der Polizei unter der indirekten Drohung, dass unser Verhalten sonst als „verdächtig“ gilt und es damit noch weitere Gewalt „legitim“ wäre, einfach hinnehmen. So sind besonders in Gegenden mit geringen Durchschnittseinkommen sogenannte „Verdachtsunabhängige Kontrollen“ nicht nur erlaubt, sondern besonders für POC, der „Unterschicht“ Zugerechnete ,Punks, Obdachlose und andere „Unerwünschte“ längst
gewohnter Teil ihres Lebens von . Eine freie Gesellschaft sieht anders aus.

Im Kontext einer sowieso schon übergriffigen Polizei sollten uns neue Befugnisse Waffen und andere Ausrüstung für diese Behörde skeptisch stimmen. Ziel sollte eine Ab- und keine Aufrüstung sein. Schritte, die benötigt würden, um eine Polizei zu
schaffen, die einer freien Gesellschaft würdig wären z.B.

– Das standartmäßigeTragen von Schusswaffen zu beenden. Sie sind zu gefährlich, führen zu unnötigen Todesopfern. Darüber hinaus stellen sie auch eine ernsthafte Gefahr für unbeteiligte Dritte im Umfeld von bis zu hunderten Metern dar.
– Diskussionen um die Anschaffung von Tasern beenden – auch Taser sind tödlich. Doch ihre Anschaffung würde die Hemmschwelle für den Einsatz von Waffen massiv senken.
– „Verdachtsunabhängige Kontrollen beenden. Sie sind ein Freifahrtschein für diskriminierende Polizeipraxis
– Gründe für Kontrollen klar dokumentieren. Die Angabe von falschen oder nicht hinreichenden Gründen muss dienstrechtliche Konsequenzen haben.
– Anschaffung von Bodycams. Das Ausschalten oder eine „Fehlfunktion“ der Bodycam muss alle Aussagen der Polizei zum Tathergehen entwerten.
– Den Einsatz von Pfefferspray auf Großveranstaltungen beenden.

Transparenz

Vertrauen wir der Polizei? Das ist eine Frage, die wir uns leider stellen müssen.
Leider müssen die meisten von uns sie mit „Nein“ beantworten. Das sollte so natürlich nicht sein, ist aber eine Konsequenz draus, dass die Polizei in diesem (und den allermeisten anderen) Staat u.A. die Funktion eines Repressionsapparats gegen Unterdrückte und progressive Elemente übernimmt.

Doch wenn wir eine neue Polizei wollen, müssen wir dieser eben auch Vertrauen können.
Denn selbst wenn es eine Polizei mit neuen Regeln, Vorgehensweise und vermutlich auch Personal gibt, muss auch klar sein, dass diese tatsächlich so arbeitet, wie sie es behauptet.
Dazu ist es wichtig Umstände zu schaffen, in denen nicht nur unabhängige Kontrollbehörden kontrollieren können wie die Polizei arbeitet. Es ist nötig, dass die Polizei auch der generellen Öffentlichkeit verständlich macht, wie sie arbeitet und wie die tatsächliche Praxis der Polizei aussieht.

Wichtig dabei ist auch ein Eindruck der tatsächlichen Arbeit der Polizei. Momentan gibt es zwar öffentliche Kommunikation der Polizei, diese schildert jedoch zumeist nicht die tatsächliche Situation, sondern die von der Polizei herausgegebene Ansicht
der Situation und leider auch zu oft offene Lügen durch rechtsgerichtete Beamte.
Deswegen brauchen wir eine Struktur die Transparenz ermöglicht und sich dabei eben nicht auf die eigenen Angaben der zu Kontrollierenden verlässt und ihnen auch die Möglichkeit zu gezielter Stimmungsmache nimmt.
Dazu sind einige Maßnahmen nötig, die gleichzeitig Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht und das gezielte oder unbewusste Streuen von Falschinformationen verhindern.

– die klassischen Polizeimeldungen sollen beibehalten werden. Sie sollten jedoch insbesondere bei vermutlich umstrittenen Tatbeständen bzw. bei Tatbeständen die öffentliches Interesse hervorrufen könnten durch eine unabhängige Behörde mit Zugang zu den, der Polizei zugänglichen Informationen, überprüft werden.

– Das Verbreiten von (oftmals noch nicht bestätigten oder sogar falschen) Informationen in Echtzeit (insbesondere über Twitter) muss eingestellt werden, sofern es kein dringendes Bedürfnis der Öffentlichkeit besteht (z.B. Katastrophenwarnungen, Verkehrsmeldungen)

– Polizeiliche Maßnahmen müssen von der Öffentlichkeit nachvollzogen und kontrolliert werden können, insbesondere bei Maßnahmen, die viele Menschen betreffen wie z.B. bei Großveranstaltungen

– Es muss für jede Person zu jeden Zeitpunkt nachverfolgbar sein, welche Informationen die Polizei über sie sammelt

– Prozesse gegen Polizeibeamte müssen öffentlich zugänglich sein. Es muss klar sein, wie die Justiz mit Verfahren gegen die Polizei umgeht und wie diese darauf reagiert. Insbesondere nachträgliche Gegenanzeigen, die von der Polizei ausgehen müssen
deutlich markiert werden

– Von der Polizei gesammelte Daten müssen automatisch an eine dritte Stelle weiter gegeben werden, welche diese treuhändisch verwaltet, sodass das eigenmächtige Vernichten von Daten durch die Polizei unmöglich gemacht wird.

– Es muss zu jeden Zeitpunkt rückverfolgbar sein welche Beamt*innen welche Daten zu welchen Personen sammeln bzw. abrufen.

Polizeikultur

Personen mit autoritärer Charakterdisposition, für die der Polizeiberuf außerordentlich attraktiv erscheint, ergreifen den Beruf nicht aus staatstragendem Idealismus und der Arbeit für die Menschen in ihrem Einsatzbereich. Paradigmatisch
ist es die Aufgabe der Polizeibehörden Bürger*innen zu schützen, wozu nicht zuletzt der Minderheitenschutz gehört.
Die Annahme liegt nahe, dass Polizist*innen mit autoritärer Charakterdisposition Interesse an den Verheißungen der Cop Culture haben. Darunter kann die deviante Subkultur der Polizei verstanden werden, die eigene Werte, Normen und Idealvorstellungen mit sich bringt. Die alltagsorientierte Cop Culture ist abzugrenzen von der geltenden Gesetzeslage und den Vorgaben durch die Institution Polizei. Nicht selten überschreiten Polizist*innen ihre Befugnisse in dem Glauben ihren Auftrag nur auf diese Weise ausführen zu können. Die Kompetenzen, die ihnen der Rechtsstaat zubilligt, erweisen sich in der Perspektive der Polizist*innen, die maßgeblich von der Cop Culture geprägt sind, als unzureichend und sehen in Beschränkungen eine Form der Repression, die ihnen die erfolgreiche Arbeit erschweren oder unmöglich machen soll.
Personell prägend sind hierbei die erfahrenen Kolleg*innen und Vorgesetzten, die starken Einfluss auf vor allem junge Polizist*innen ausüben. Die erfahrenen Polizist*innen versuchen ihre jüngeren Kolleg*innen mit ihren Alltagserfahrungen zu prägen. In den vergangenen Jahren etablierte sich in der Ausbildung der Ansatz von Gewaltvermeidung und Deeskalation, was in der Praxis durch die alltagsorientierte Cop Culture wieder nivelliert wird. Eine Sheriff-Mentalität erlernen Polizist*innen also vor allem im Umgang mit Vorgesetzten und Kolleg*innen älteren Schlags.
Daraus folgert sich die Forderung, dass der Einfluss autoritärer Vorgesetzter gekappt werden muss. In Einheiten, in denen Vorgesetzte menschenverachtende Positionen und Handlungen kultivieren, laufen untergeordnete Polizist*innen Gefahr ihr  eigenes Handeln nicht kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls im praktischen Feld anzuwenden.

Der Aufstieg zu einer vorgesetzten Position innerhalb der Behörde muss an diesen Aspekt gekoppelt sein. Vorgesetzte mit  autoritärer Disposition haben stets aggressive Beamte in ihrer Einheit unter sich. Institutionalisiert sich aber die Beförderung menschenfreundlicher, weniger autoritär veranlagter Polizist*innen in vorgesetzten Positionen, führt dies womöglich zu einer
Entmachtung der Cop Culture. Selbst wenn Beamte zu autoritärem Auftreten neigen, stehen sie unter solchen Vorgesetzten  unter einem Anpassungsdruck, der ihr aggressives, dominantes Verhalten unterdrückt.

Die nationale Wasserstoffstrategie sozialistisch gestalten

Fördergelder und Subventionen der Bundesrepublik Deutschland im Bereich Wasserstofftechnologie, speziell in den Bereichen:
– Brennstoffzellenheizgeräte und Wasserstoff-readyness-Anlagen

– Wasserstofftankstellennetz

– die CO2-Vermeidung in der Grundstoffindustrie
– nötige Anpassung im Güterverkehr
– Netzwerke und Kooperationen zur Vorbereitung neuer Märkte für deutsche Technologieexporte
– Maritime Green Shipping und Zero-Emission-Waterborne-Transport
– hybrid-elektrisches Fliegen im Rahmen von Flightpath 2050
– der Aufbau von internationalen Kooperationen zum Thema Wasserstoff auf allen Ebenen
– Investitionen in Elektrolyseanlagen zur Beschleunigung des Markthochlaufs
– begleitende ergänzende Fördermaßnahmen
– regionale Wasserstoff-Konzepte im Rahmen des HyLand-Ansatzes
– Anlagen zur Erzeugung von strombasiertem Kerosin und fortschrittlichen Biokraftstoffen
– Aufbau einer wettbewerbsfähigen Zulieferindustrie für Brennstoffzellensysteme

werden nur noch an Unternehmen und Institutionen in Gemeinbesitz und oder dem Besitz der Bundesrepublik der Bundesrepublik sind oder nach Prinzipien wirtschaften, die mit unseren Gesellschaftsvorstellungen übereinstimmen. Sämtliche Patente & Lizenzen, die sich aus der Forschung und den Investitionen in diesen Bereichen ergeben, verbleiben im Besitz der Bundesrepublik Deutschland und sind demokratischer Kontrolle unterworfen. Die Nutzung erfolgt zu dem ausschließlichen Ziel der Optimierung der Befriedigung gesamtgesellschaftlicher Bedürfnisse und explizit nicht um die Gewinninteressen einzelner Unternehmen zu befriedigen. Die Bundesrepublik Deutschland stellt ihren Wasserstoffverbrauch so um, dass ab 2030 nur noch Wasserstoff aus Ökostrom verwendet wird.

Begründung

Den deutschen Endenergieverbrauch 2018 kann man grob unterteilen in Stromverbrauch (ca. 500 TWh) und Verbrauch von Brennstoffen (ca. 2000 TWh), zusammen etwa 2500 TWh (TWh = Milliarden kWh). Davon sind nur rund 180 TWh regenerative Energie, großenteils Strom. Strom ist – grundsätzlich – gut regenerativ erzeugbar (Wind, Sonne, Wasser). Regenerative Brennstoffe sind dagegen sehr knapp: außer Solarwärme und Geothermie mit beschränkten Möglichkeiten gibt es nur die Biomasse.
Das Potential an Biomasse (nachwachsende Rohstoffe) in Deutschland für den energetischen Verbrauch (ohne Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung) beläuft sich größenordnungsmäßig auf 300 TWh. Daran wird deutlich, dass für den Klimaschutz die regenerative Stromerzeugung – wenigstens ein bisschen guter Willen vorausgesetzt – nicht das große Problem ist, wohl aber der Brennstoffverbrauch.
Eine gute Option um dieses Problem zu lösen ist Wasserstoff, da Wasserstoff als Brennstoff eingesetzt werden kann und bei der Verbrennung kein CO2 Ausstoß passiert, nur Wasser verbleibt als einziger Rückstand. Dies hat auch die Bundesregierung & das Wirtschaftsministerium erkannt und eine nationale Wasserstoffstrategie beschlossen.
Das Problem das an Wasserstoff besteht: Er muss erst erzeugt werden, kommt „roh“ nicht auf der Erde vor. Es gibt sowohl „grünen“ als auch „grauen“ Wasserstoff. Bisher wird fast aller Wasserstoff gewonnen durch die thermische Aufspaltung von Methan oder anderen Kohlenwasserstoffen. Dieser Prozess emittiert genauso viel CO2 wie die unmittelbare Verbrennung von Methan, usw. Grüner Wasserstoff würde durch Elektrolyse mithilfe von überschüssigem Strom aus regenerativen
Energien erzeugt werden.
Zur Erzeugung von grünem Wasserstoff muss rund 1⁄4 mehr Strom aufgewendet werden als man am Ende als Brennstoff erhält. Desweiteren ist der Transport und die Verteilung von Wasserstoff extrem energieintensiv, da aufgrund der geringen Dichte spezielle Drucktanks verwendet werden müssen. Alternativ dazu könnte Wasserstoff auch unter großen Verlusten in einfacher zu transportierendes Methan umgewandelt werden, das z.B. auch in der emissionsfreien Kunststoffherstellung verwendet werden kann. Die Nutzbarmachung von Wasserstoff verbleibt also energieineffizient.
Derzeit werden laut Statistisches Bundesamt in Deutschland knapp 5 Mrd. m³ Wasserstoff erzeugt, nach anderen Quellen fast doppelt so viel, in der Welt insgesamt etwa 600 Mrd. m³. Bei der derzeitigen grauen Technik wird pro Mrd. m3 Wasserstoff grob etwa 1 Mio. Tonnen CO2 emittiert  (Gesamtemission in Deutschland beträgt derzeit um die 800 Mio. Tonnen CO2, aktuell sehr stark von der Corona-Krise beeinflusst).
Die Produktion von Wasserstoff soll bis 2030 mindestens verdoppelt und dabei auf die sehr viel teurere grüne Variante umgestellt werden. Zudem wollen Industrie und Politik international günstige Ressourcen und Möglichkeiten zur Wasserstoffproduktion mit regenerativem Strom suchen: Länder mit reichlich Sonne und Wind. Westafrika, Südafrika und Australien haben das Strategiepapier der Regierung im Blick. Sie sollen mit deutscher Technik den Hauptbeitrag für den deutschen Wasserstoffbedarf liefern.
Das Strategiepapier geht, auf 32 Seiten, in nur wenigen Nebensätzen darauf ein, dass die Wasserstoff-Hersteller eine regenerative Stromerzeugung für ihren eigenen Bedarf bauen lassen, sowohl für die inländischen Anlagen wie auch für jene im Ausland. Es wird nicht weiter ausgeführt, inwiefern die Regenerativanlagen volumenmäßig ausreichen und hinsichtlich der permanenten Verfügbarkeit passen müssen zu den Elektrolyseanlagen. Grundsätzlich aber müsste der gegebenenfalls für die Elektrolyse zugeordnete Windpark selbstverständlich auch unabhängig davon dringend gebaut werden, um dem Ausstieg aus dem Fossilstrom näherzukommen. Eine schematische Zuordnung zur Elektrolysefabrik ist zumindest eine dubiose Angelegenheit.

Den Strombedarf durch eine forcierte Wasserstoff-“Markthochlauf“-Strategie nach oben zu treiben, in einer Zeit, in der noch 15 Jahre lang Kohle verstromt werden soll (gemäß der festgenagelten Beschlüssen), in der Erdgasstrom (besser als Kohlestrom, aber auch klimazerstörerisch) offensichtlich auf unabsehbare Zeit produziert werden soll, in der der Windstromausbau und der Solarstromausbau hartnäckig behindert und erschwert werden, in der absolut kein überschüssiger Ökostrom festzustellen ist, in einer solchen Zeit den Strommehrbedarf für die Wasserstoffherstellung als rein regenerativ zu bezeichnen, ist Greenwashing.
Es ist deshalb absolut erforderlich, einen Schwenk in der Wasserstoffstrategie vorzunehmen. Wasserstoff darf nicht als Deckmantel genutzt werden, um gleichzeitig den CO2-Ausstoß gar nicht oder nur marginal zu verringern. Wasserstoff muss Gemeinnützig nutzbar gemacht werden und muss von Anfang an auf eine gemeinnützige Nutzung abzielen. Halten wir uns zum Vergleich das Beispiel Atomkraft vor Augen:
In allen großen Ländern setzten Staat und Wirtschaft in der früheren allgemeinen Atomeuphorie (Energieproblem auf immer gelöst) auf die kommerzielle Nutzung der Atomenergie, was konkret bedeutete, dass ungeheure Unsummen Fördersubventionen über Jahrzehnte in Richtung der Atomstromkonzerne flossen. Ohne diese gigantischen Gelder hätte es nie AKWs gegeben. Aber die Eigentumsrechte, Nutzungsrechte, Patente, Lizenzmöglichkeiten gingen alle an die Konzerne, beim
Staat als Geldgeber verblieb nichts davon – im Gegenteil, der Atomausstieg kostet erneut letztlich Hunderte Milliarden aus dem Steuertopf. 
So eine Katastrophe darf nicht noch einmal passieren, wir als Linke müssen eine sozialistische Umwelt- und Energiepolitik erkämpfen!

Linksjugend [’solid] Berlin pusht Deutsche Wohnen & Co. Enteignen

Linksjugend [’solid] Berlin unterstützt die Initiative Deutsche Wohnen & Co. Enteignen in ihren Zielen und ihrer organisatorischen Arbeit und trägt damit zur Annahme des Volksbegehrens bei.

Begründung

Die Wohnraumfrage in Großstädten ist momentan politisch von zentraler Bedeutung. Durch Gentrifizierung findet Verdrängung statt und die Konkurrenz um günstigen Wohnraum nimmt zu. Statt einer herauszögernden Haltung des Berliner Senats unterstützen wir offensiv die Vorhaben des Volksbegehrens und vertreten damit die Interessen einer Mehrheit der Berliner Bevölkerung.

Vor einigen Jahren hat der rot-rote Senat unter Beteiligung der PDS aus Finanznot die Fehlentscheidung getroffen, große Teile der Berliner Sozialwohnungen zu verkaufen. Mit diesem Antrag arbeiten wir diese Vergangenheit kritisch auf. Für eine soziale Wohnungspolitik braucht es auch unser Engagement.
Unser Landesverband beteiligt sich deshalb durch Unterschriften sammeln, Öffentlichkeitsarbeit und organisatorische Unterstützung am politischen Wirken und unterstützt die bestehenden Strukturen.

ENDYL*_neu

Wir wollen linkspolitische Jugendverbände und Organisationen aus ganz Europa in einem Netzwerk zusammenzubringen, um uns zusammenzuschließen, uns auszutauschen und um gemeinsam an der Umsetzung von politischen Zielen zu arbeiten.

Weiterführend wollen wir:
– ehemalige Strukturen recherchieren (*European Network of Democratic Young Left)
– linke Jugendverbände und Organisationen in Europa kontaktieren
– gemeinschaftliche Ziele erarbeiten
– eigene Strukturen etablieren
Um die Realisierung des Netzwerks bestmöglich umzusetzen, soll die Initiative auch auf Bundesebene getragen werden.

Legalize Cannabis Social Clubs!

Für Cannabis eine legale und vorrangig nichtkommerzielle Bezugsmöglichkeit zu schaffen und den Besitz sowie Anbau zum eigenen Bedarf zu erlauben. Dazu braucht es Cannabis-Social-Clubs nach spanischem Vorbild. Die Cannabis-Clubs übernehmen dann den Cannabisanbau für ihre Mitglieder. Außerdem unterliegen die Produkte Qualitätskontrollen und Sicherheitschecks.Die Abgabe des Cannabis erfolgt gegen einen Unkostenbeitrag ausschließlich an Mitglieder.

Hinzu kommt die Einbringung dieses Antrags auf dem Bundeskongress als linksjugend [’solid] Berlin, da Drogenpolitik in der Hand des Bundes liegt.

Begründung

Hochgerechnet etwas mehr als drei Millionen der 18- bis 64-Jährigen nahmen 2015 Cannabis. Keine verbotene Droge ist in Deutschland verbreiteter. 9,7 Prozent der Jugendlichen und 34,5 Prozent der jungen Erwachsenen haben Erfahrungen mit Hanf.

Damit ist Cannabis in der Mitte der Gesellschaft angekommen und vor allem bei der Jugend. Die Entkriminalisierung von Cannabis liegt gar nicht mehr so weit entfernt wie gedacht und dafür brauchen wir als Jugendverband Antworten auf einen bewussten und antikapitalistischen Konsum.

Wir wollen mit diesem Modell fördern, dass der Cannabiskonsum sozial eingebettet ist. Die Clubs sollen den Mitgliedern auch einen geselligen Konsumraum anbieten. Dadurch sinkt das Risiko, dass Menschen problematische Konsummuster entwickeln. Um einen bewussten und verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis zu fördern, sollen die Cannabis-Clubs ihre Mitglieder über die Wirkung von Cannabis sowie über den richtigen Anbau beraten. Im Gegensatz zu einem rein kommerziellen Konzept, bei dem es vor allem um Profite geht, ermöglicht diese Idee, den Gesundheitsschutz und die Konsumenten in den Vordergrund stellen.

Cannabis Social Clubs existieren aktuell in verschiedenen europäischen Ländern, etwa in Spanien oder in der Schweiz, welche als funktionierendes Beispiel gelten. Es gibt allerdings auch gute Gründe, nicht auf CSCs als alleinige Abgabeform zu setzen: Nicht jeder will in einem Club Mitglied werden, gerade Gelegenheitskonsumenten kaufen lieber in einem Geschäft ein, dennoch beugt es einen rein kapitalistischen Konsum vor. Lasst uns einen liberalen und gemeinnützigen Kurs einschlagen in der Drogenpolitik.

Weniger Plaste(, mehr Sozialismus)

Der Landesverband Berlin versteht sich als ein umweltbewusster Landesverband. Der Landesverband achtet deshalb bei allen Auftritten und Aktionen darauf, dass kein unnötiger Müll erzeugt wird. Ziel ist es, dass der produzierte Müll ausschliesslich von leicht abbaubarer/recyclebarer und umweltverträglicher Natur ist.
Dazu gehört:
– Kein Einwegplaste (1)
– „Einweg“-Infomaterial aus abbaubaren Materialien (kein Plaste, keine Luftballons, Sticker auf Papierbasis ohne Plasteüberzug, Flyer mit umweltfreundlicher Tinte bedruckt) (2)

Der Landesverband sieht sich weiterhin in der Rolle, für eine Müllverminderung in der Gesellschaft zu werben.
Dazu gehört:
– Forderungen der Müllverminderung an Organisationen, Firmen, Institutionen, Parteien, etc. heranzutragen.
– Vernetzung bzw. Mitarbeit in Netzwerken von Organisationen, die sich für eine nachhaltigere Gesellschaft einsetzen und außerdem mit unseren sozialistischen, antifaschistischen, basisdemokratischen, emanzipatorischen und feministischen Grundprinzipien übereinstimmen.

 

Fussnoten:
(1) Ausnahmen auf Grund der Inklusion sind selbstverständlich.
(2) Nachhaltige Materialien wie z.B. Kugelschreiber, Karabiner, Kleidung, etc. sollen natürlich weiterhin verteilt werden dürfen.

Begründung

Als Linksjugend [’solid] stehen wir für die nachhaltige Benutzung von Resourcen. Dazu gehört, dass wir sowohl unseren eigenen  Konsum hinterfragen, als auch, dass wir Forderungen an die Gesellschaft stellen.

Nachhaltigkeit ist in einer rein gewinnorientieren Gesellschaft immer den Gewinninteressen untergeordnet. Eine wirkliche Nachhaltigkeit kann nur erreicht werden, wenn die Gesellschaftsordnung und damit der primäre Antrieb der Gesellschaft geändert wird. Jedoch ist es auch in einer individualistischen Gesellschaft notwendig, durch konkretes Handeln zu versuchen, das gesellschaftliche Bewusstsein zu lenken.

Natürlich sind wir als Linkjugend [solid] Berlin nicht in der Lage die Welt zu retten. Aber wir können eine Vorbildsfunktion einnehmen und zeigen, wie politische Arbeit und Organisation auch resourcenschonend gehen kann.

Klar Stellung beziehen

Der Landessprecher*innenrat der linksjugend [’solid] Berlin erstellt für die Website des Landesverbands eine Datenbank, welche alle gegenwärtig und zukünftig von der Landesvollversammlung verabschiedeten Beschlüsse enthalten soll.

(das hier 😉 )

Begründung

Die linksjugend [’solid] Berlin braucht eine geordnete Struktur, um effizient arbeiten zu können.
Dafür ist eine Datenbank, welche alle gegenwärtig und zukünftig von der Landesvollversammlung verabschiedeten Beschlüsse enthalten soll, unabdingbar. Durch den Zugriff auf diese Datenbank können Mitglieder des Jugendverbands schnell abklären, wie der eigene Verband zu den Themen X und Y steht. Zudem kann im Vorfeld zu einer Landesvollversammlung ein schneller Blick auf die Datenbank ausreichen, um zu wissen, ob die linksjugend [’solid] Berlin zu einem bestimmten Thema bereits Stellung genommen hat. Somit können doppelte Anträge zu Themen vermieden werden.
Doch der Arbeitsaufwand würde nicht nur für Mitglieder immens sinken, auch Journalist*innen dürften über die gesparte Zeit erfreut sein. Für sie würde in Zukunft ein Aufrufen der Beschlusssammlung genügen, um die aktuellsten Positionen der linksjugend [’solid] Berlin zu finden.
Weiterhin muss der Jugendverband zur politischen Konkurrenz aufschließen. Ausnahmslos jeder demokratische Jugendverband (Jusos Berlin, Grüne Jugend Berlin, Junge Liberale Berlin, Junge Union Berlin) verfügt über eine solche Datenbank. Das lässt uns alt aussehen. Hier besteht dringender Änderungsbedarf.

Kontrolle und Transparenz ermöglichen

Der Landessprecher*innenrat der linksjugend [’solid] Berlin wird dazu angehalten einmal monatlich einen kurzen Bericht über dessen Arbeit zu verfassen und allen Mitgliedern zugänglich zu machen.

Begründung

Die linksjugend [’solid] Berlin muss auf die nächste Transparenzstufe gehoben werden. Derzeit ist es weder ersichtlich, wann der Landessprecher*innenrat tagt noch worüber er bei den Sitzungen spricht. Mithilfe der Veröffentlichung von Protokollen der Sitzungen kann dieses Defizit behoben werden. Die Mitglieder des Jugendverbands haben ein Recht darauf, zu erfahren, an welchen Projekten und sonstigen konkreten Vorhaben der von ihnen gewählte Landessprecher*innenrat arbeitet. Die linksjugend [’solid] Berlin wird somit auch ein Stück weit demokratischer, da die Arbeit des Landessprecher*innenrats einer genaueren Kontrolle unterliegt.
Es ist zusätzlich darauf hinzuweisen, dass der Antrag kein Wort- oder Verlaufsprotokoll vorschreibt, die einzelnen Wortbeiträge der Landessprecher*innen sollen explizit nicht niedergeschrieben werden. Dieser Antrag dient der Kontrolle der Arbeit des Landessprecher*innenrates , nicht einzelner Mitglieder des Gremiums.

8. Mai 1945 – Tag der Befreiung, was sonst?

Die linksjugend [’solid] Berlin setzt sich dafür ein, dass der 8. Mai im Land Berlin als dauerhafter gesetzlicher Feiertag verankert wird. Anlass des Feiertages soll die Kapitulation der Deutschen Wehrmacht und damit die Befreiung vom Nationalsozialismus sein. Der Feiertag soll als Tag der Befreiung gelten. Die linksjugend [’solid] Berlin wird zum Zwecke der Umsetzung
dieser Forderung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, der LINKEN. Berlin und der Fraktion DIE LINKE. im Abgeordnetenhaus von Berlin in Kontakt treten.

Weiterhin setzt sich die linksjugend [’solid] Berlin dafür ein, dass auf dem Bundeskongress der linksjugend [’solid] ein Antrag gestellt wird, der den Bundesverband des Jugendverbandes dazu auffordert, sich für die Verankerung des 8. Mais als  gesetzlichen Feiertag mit dem Titel „Tag der Befreiung“ auf Bundesebene einzusetzen und für die Realisierung dieser Forderung die nötigen Schritte einzuleiten.

Begründung

Es ist eine Schande, dass der 8. Mai in Deutschland noch immer kein Feiertag ist. Der 8. Mai 1945 markiert die bedingungslose Kapitulation des Dritten Reiches und damit einhergehend sein Untergang. Der 8. Mai steht für den „Tag der Befreiung […] von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“, wie der damalige Bundespräsident Richard
von Weizsäcker 1985 richtig feststellte. Den Tag als Feiertag verankert sehen, wollen auch u.a. der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sowie Esther Bejarano, Shoah-Überlebende und Vorsitzende des Auschwitz-Komitees in der Bundesrepublik Deutschland. Der 8. Mai ist u.a. auch in Frankreich, Tschechien und der Slowakei ein Feiertag. In einigen anderen Ländern wird der Tag der Befreiung an deren Tag der Befreiung gefeiert, in Italien beispielsweise am 25. April und in den Niederlanden am 5. Mai.

Ein Tag der Befreiung als Feiertag wäre außerdem in Zeiten des Rechtsrucks ein starkes antifaschistisches Zeichen. Die Bevölkerung würde an diesem Tag direkt mit den Gräueltaten des NS-Regimes konfrontiert werden, Jahr für Jahr. Ein Wegschauen wird erschwert.
Abschließend ist zu erwähnen, dass derzeit drei Bundesländer über die meisten gesetzlichen Feiertage verfügen. Die Menschen in Bayern, Baden-Württemberg und dem Saarland müssen an insgesamt zwölf Tagen im Jahr nicht arbeiten. In Berlin dürfen sich die Menschen nur über zehn arbeitsfreie Tage freuen.

KLARE KANTE GEGEN MIETHAIE

Die linksjugend [`solid] Berlin bekennt sich klar zum Ziel der Enteignung großer Immobilienunternehmen wie es von der Initiative „Deutsche Wohnen und Co. Enteignen“ gefordert wird. Jede Verunglimpfung dieser Ziele als „letzes Mittel“, „unrealistisch“
oder gar „demokratiefeindlich“ werden von der linksjugend [`solid] Berlin strikt abgelehnt. Jedes Verhalten, das zum Ziel hat diese Enteignungen zu verhindern, aufzuschieben, die Entschädigung für Enteignungen zu erhöhen, oder die Ziele der Enteignung sonst wie zu verzerren werden von der linksjugend [`solid] Berlin strikt abgelehnt.
Darüber hinaus fordert die linksjugend [`solid] Berlin von der Partei die Linke sowie den Fraktionen der Linken und den Mandatsträger*innen der Linken sich ebenfalls klar zu diesem Ziel zu bekennen und ihre politische Aktivität (sofern es in ihre Zuständigkeit fällt) so zu gestalten, dass sie diesem Ziel nicht im Wege steht und es so weit wie möglich Untersützt.