Seit letzter Woche finden an rund 600 Gymnasien in ganz Frankreich Demonstrationen
und Blockaden statt. Die Schüler*innen protestieren gegen überfüllte Klassen, marode
Schulen, fehlendes Lehrpersonal, sowie gegen das verhasste Hochschulzulassungssystem
Paarcoursup, das dazu führt, dass Schüler*innen nicht frei entscheiden können, was
und wo sie studieren.
In vielen Orten haben sich Lehrer*innen und Eltern mit den Protestierenden
solidarisiert und sich schützend vor die Schultore gestellt. Doch das hielt die
französische Polizei nicht davon ab, der Bewegung mit brutalster Gewalt zu begegnen.
Im ganzen Land wurden Schüler*innen geschlagen, mit Tränengas beschossen und
festgenommen. In Saint-Ouen-l’Aumône wurde sogar ein 14-Jähriger von einem Polizisten
mit einem Projektil aus einem Polizeigranatwerfer ins Gesicht geschossen und verlor
mehrere Zähne. Das ist die Antwort der arroganten Macron-Regierung, die seit Jahren
eine neoliberale Maßnahme nach der anderen auf undemokratische Weise durchdrückt!
Seit Macron Präsident wurde, ist die Anzahl an Menschen, die unterhalb der
Armutsgrenze leben, von 1,2 Millionen auf 9,8 Millionen gestiegen!
Gleichzeitig fand am Dienstag ein Streik im öffentlichen Dienst statt. In zahlreichen
Städten solidarisierten sich Schüler*innen, Studierende und Arbeiter*innen und
demonstrierten gemeinsam. Über 30 Universitäten wurden blockiert. Auch Feuerwehrleute
und Rentner*innen waren auf der Straße und schlossen sich den Protesten an. Das ist
die richtige Antwort auf das Macron-Regime! Es zeigt aber auch: Von der Krise des
Kapitalismus sind wir alle betroffen, egal ob Schüler*in, Student*in oder
Arbeiter*innen! Macrons Haushalt 2027 sieht massive Kürzungen in allen Bereichen vor
und macht einen gemeinsamen Widerstand nötig!
Auch in Deutschland gehen Schüler*innen seit Monaten immer wieder gegen die
Wehrpflicht und Militarisierung auf die Straße, zuletzt am 25. September. Und auch
hierzulande ist die Antwort der Herrschenden, die Schüler*innen mit Repressionen zu
überziehen, um ihren Widerstand zu brechen.
Wir lassen das nicht zu! Wir stehen solidarisch hinter den Protesten in Frankreich.
Die linksjugend [‘solid] Berlin fordert:
Solidarität mit den Schüler*innenprotesten in Frankreich! Nein zur Polizeigewalt
und den Repressionen!
Solidarität zwischen den Sozialprotesten und Schulstreiks in Deutschland – wie
in Frankreich!
Weg mit Parcoursup! Für ein vollausfinanziertes Bildungssystem und kostenlose
Bildung für alle!
Massive Investitionen in Bildung und Soziales, statt Milliarden für Aufrüstung
und Krieg! Nein zu allen Sozialkürzungen und Angriffen auf unsere Rechte!
Für eine sozialistische Zukunft, statt Krisenkapitalismus!
Am 20. November rufen zahlreiche linke Jugendorganisationen zu einem internationalen
Jugendstreik unter dem Motto “Fight for our future, not their wars!” (Kämpft für
unsere Zukunft, statt deren Kriegen). Auch in Berlin werden wir Seite an Seite mit
unseren Klassengeschwistern streiken und internationale Solidarität praktisch werden
lassen!